2. Alten Prozessor ausbauen
Öffnen Sie
bitte wie üblich Ihren PC.
Lokalisieren Sie den Prozessor.
(Wir fahren mit der Anleitung zum Tausch einer Sockel-CPU fort;
weiter unten lesen Sie, wie Sie bei einer Slot-CPU
verfahren müssen.)
Der Prozessor befindet sich auf Sockel-Platinen immer rechts unten,
er ist mit einem Prozessorkühler bedeckt.
Verfolgen Sie das kleine Stromkabel, das vom Lüfter wegführt.
Meist ist es mit der Hauptplatine verbunden. Ziehen Sie es ab.
Jetzt
müssen Sie den Prozessorkühler entfernen. Er ist meist
mit zwei Klammern am Sockel befestigt. Eine davon besitzt einen
Klemm-Mechanismus; lösen Sie diese zuerst, anschließend
können Sie die zweite Klammer vom Haken am Prozessorsockel
nehmen.
Der Prozessor liegt nun frei vor Ihnen. Unmittelbar am Sockel finden
Sie einen länglichen Plastik- oder Metallhebel.
Der Mechanismus ist einfach: Ziehen Sie den Hebel leicht vom Sockel
weg, bis er sich aus der Arretierung löst, und führen sie ihn anschließend
nach oben, bis er senkrecht von der Hauptplatine weg zeigt.
Jetzt lässt sich der Prozessor entnehmen. Lösen Sie ihn aus dem
Sockel.
Sockel-Prozessor einsetzen
Nehmen Sie den neuen Prozessor zur Hand. Die Oberfläche des Prozessors
(also dort wo der Kühler später sitzt) kann vorher mit
Wärmeleitpaste dünn bestrichen werden. 
Das sorgt für bessere Kühlung und zusätzliche Sicherheit. Wäremleitpaste
ist im Fachhandel erhältlich und sollte immer verwendet werden.
Gerade neue Prozessoren werden auf dem Prozessorkern bis zu 95 Grad
warm; besonders gefährlich sind so genannte »Hot spots«
(heiße Punkte), die sich an bestimmten Stellen bilden
können. Die Wärmeleitpaste sorgt auch für eine bessere
Verteilung der Hitze und wirkt damit den Hot spots entgegen.
Drehen
Sie den Prozessor um und sehen Sie sich die Unterseite genau an.
Auf zwei Seiten ist er leicht abgeschrägt.
Wenn Sie den Sockel genau betrachten, finden Sie dort ebenfalls
eine oder zwei abgeschrägte Ecke(n), manchmal sogar eine Markierung,
auf der »Pin 1« steht.
Bei Pentium-4-Prozessoren sind die Steckreihen auf der Unterseite
unterschiedlich breit, diese CPUs passen nur in einer Richtung auf
den Sockel. Ältere Pentium-Prozessoren sind nur auf einer Seite
abgeschrägt und mit einem Punkt markiert, hier ist Pin 1.
Richten Sie die neue CPU so aus, dass die schrägen Ecken übereinstimmen;
setzen Sie dann V O R S I C H T I G die neue CPU ein.
![[Achtung!]](../../_images/achtung.gif) |
Drücken Sie
einen Prozessor nie fest in den Sockel; der geringste Druck
kann die dünnen Beinchen verbiegen! |
In dem Moment, in dem Sie versuchen die Beinchen zurückzubiegen,
brechen sie dann sehr leicht ab! Also, die CPU nur leicht auf den
Sockel legen, sie muss ohne Druck in die dafür vorgesehenen Löcher
gleiten.
Nun
senken Sie den Hebel am Prozessorsockel wieder ab, bis er am Sockel
einrastet; die CPU wird dadurch fest im Sockel verankert. Wieder
gilt: Keine Gewalt, wenn Sie einen Widerstand spüren, dann entnehmen
Sie den Prozessor noch einmal und kontrollieren, ob kein Beinchen
verbogen ist.
Jetzt montieren Sie den Prozessor-Kühler. Es sind meist einfache
Konstruktionen, die mit Klammern am Prozessor bzw. Sockel fixiert
werden. Einige muss man festdrehen. Achten Sie darauf, den Kühlblock
nicht schräg aufzusetzen, sondern in der Waagerechten zu halten.
Drücken Sie die Klammern nicht zu stark herunter. Der kleine,
runde »Kopf« (Core) des Prozessors kann sonst Schaden
nehmen.
Schließen
Sie das kleine Lüfter-Stromkabel an der Hauptplatine an; es
lässt sich nicht falsch herum aufsetzen. Ziehen Sie leicht
am Kühlblock und überprüfen Sie auf diese Weise, ob der
Prozessor auch wirklich fest im Sockel steckt.
Jumper setzen
Spätestens jetzt brauchen Sie das Handbuch zur Hauptplatine oder
zumindest eine Beschreibung der Jumper. Dort finden Sie wie im Ausriss
rechts genaue Angaben, wie die Jumper zu setzen sind.
Zwar müssen moderne Hauptplatinen (Pentium III, Athlon) nicht
mehr unbedingt von Hand konfiguriert werden, doch sollten Sie die
Einstellungen grundsätzlich immer kontrollieren. Sonst
kann es passieren, dass der Prozessor »durchbrennt«.
»On« bedeutet, dass ein Jumper gesetzt wird, bei »Off«
bleibt der Kontakt offen. Bei unserer Beispiel-Platine stellen wir
die Spannung über so genannte DIP-Schalter (DIP-Switches)
ein. Die Konfiguration funktioniert genauso wie mit Jumpern, nur
werden hier kleine Schalter nach oben oder unten geschoben.
Stellen Sie den externen Takt (auch FSB-Takt), das Taktverhältnis
(Multiplikator) und die Spannung genau wie vorgegeben ein
(Sehen Sie eventuell im Kaufberater, Abschnitt Prozessoren nach).
Einige moderne Hauptplatinen erlauben
die Einstellung der Werte über das BIOS. Sehen Sie im Handbuch
nach, welche Optionen wie einzustellen sind.
Einige alte Platinen (Pentium) besitzen zusätzlich noch einen Jumper
zum Bereitstellen von zwei unterschiedlichen Spannungen (»dual
Voltage«; wird von allen MMX-Prozessoren benötigt), der ebenfalls
gesetzt werden muss. Eine Angabe wie »P54C« steht für
Pentium-, »P55C« für Pentium MMX-Prozessoren.
Wenn Sie alle Jumper gesetzt haben, ist es Zeit für einen ersten
Funktionstest.
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