Die kritische Phase
Jetzt beginnt die kritische Phase. Der Flash-Vorgang darf keinesfalls
unterbrochen werden, sonst ist die Hauptplatine unbrauchbar. Wer
Angst vor einem plötzlichen Stromausfall hat, kann das Update
in einem Fachbetrieb machen lassen. Gute Händler besitzen eine
USV, die das BIOS-Update selbst bei Stromausfall noch zu Ende führen
kann. Das eigentliche »Flashen« dauert aber nur ein
paar Sekunden, normalerweisegibt es keine Probleme. Wenn Sie den
Rechner unter DOS gestartet haben, wechseln Sie die Diskette oder
in das Verzeichnis, in dem die BIOS-Dateien liegen. Starten Sie
das Flash-Programm (»Awdflash«). Bei allen üblichen
Flash-Programmen können Sie das alte BIOS sichern (Backup
Old BIOS). Machen Sie unbedingt Gebrauch von der Option. Schließlich
werden Sie mit der Eingabemaske "Filename to program"
aufgefordert, den Namen der neuen Datei einzugeben. Bestätigen
Sie die Rückfrage mit der Taste Y (Startdiskette mit
Tastaturtreiber) oder Z (Start ohne Tastaturtreiber). Der
Flash-Vorgang beginnt, er darf keinesfalls unterbrochen werden.
Abb 2.: Geben
Sie den genauen Namen der BIOS-Datei ein
Wenn Sie wider Erwarten eine Fehlermeldung wie Checksum error
bekommen sollten, müssen Sie das vorher gesicherte, alte BIOS
wieder zurückspielen. Wenn alles glatt gelaufen ist, meldet
sich der Rechner beim anschließenden Neustart mit der neuen
BIOS-Version.
BIOS-Update unter Windows
Einige Hersteller wie Asus, Gigabyte, Intel oder MSI, liefern Tools
mit ihren Hauptplatinen aus, die das BIOS-Update über das Internet
ermöglichen sollen. Prinzipiell ist die Lösung sehr anwenderfreundlich:Einfach
die Software installieren und der Rechner holt sich das aktuellste
BIOS über das Internet. Selbst das Update erfolgt automatisch.
In der Praxis sieht das leider ganz anders aus: Das Asus-Live Updateläuft
immer noch nicht unter Windows 2000, MSI musste sein Tool erst vor
kurzem wegen einem fatalen Fehler von der Homepage nehmen; mittlerweile
ist eine fehlerbereinigte Version online.
Grundsätzlich gibt es beim BIOS-Update über das Internet
unzählige Störfaktoren: Das Windows-Betriebssystem, Dutzende
von Treibern, Anwendungen im Hintergrund, der Internet-Explorer
und schließlich die Internet-Verbindung selbst können
den PC zum Absturz bringen. Mit der Startdiskette wird dagegen nur
ein Not-Betriebssystem geladen, das wesentlich weniger anfällig
ist. Wir können das Live-Update bestenfalls dann empfehlen,
wenn ein zweiter BIOS-Baustein als Backup im Rechner steckt.
Es gibt noch eine weitere Alternative, die komfortabel und sicher
zugleich ist: Einige Mainboards haben das (DOS-)Flash-Tool schon
eingebaut. Mit der Tastenkombination Alt + F2 gelangt
man beim Rechnerstart direkt in das Auswahlmenü von Awardflash
- ohne Startdiskette. Die neue BIOS-Datei muss natürlich auf
Diskette gespeichert sein, der Update-Vorgang läuft genauso
ab wie oben beschrieben.
Das BIOS sichern
Wie kann man das BIOS vor Update-Pannen schützen? Gigabyte
setzt bei allen aktuellen Boards auf die Dual-BIOS-Technologie.
Neben dem normalen BIOS besitzt eine solche Hauptplatine einen zweiten
Baustein, der als Backup-Speicher gedacht ist. Über ein Menü,
das beim Rechnerstart mit F1 aufgerufen wird, kann der Anwender
komfortabel einstellen, von welchem der zwei BIOS-Bausteine er den
Rechner booten will. Über das Menü lässt sich auch
das momentan verwendete BIOS in den Backup-Baustein kopieren. Wenn
das BIOS zerstört ist, verwendet der Rechner automatisch die
Backup-Software. Diese Lösung ist vorbildlich und sollte von
allen Hersteller übernommen werden. Gigabyte hält jedoch
europaweit das Dual-BIOS-Patent.
Innovatek vertreibt ein Backup-Kit für alle populären
Mainboards (IOSS BIOS Saver, z.B. bei
www.overclockingcard.de). Eine
kleine Karte wird anstelle des BIOS-Bausteins eingesetzt; auf der
Karte selbst sitzt neben dem Original-BIOS noch ein zweites Backup-BIOS.
Über einen Kippschalter, der aus dem Gehäuse geführt
wird, kann der Anwender zwischen beiden Bausteinen wechseln. Ein
Umkopieren der Software wie bei Dual-BIOS-Platinen ist jedoch nicht
möglich.
Zerstörtes BIOS retten
Wenn der GAU eingetreten und das BIOS zerstört ist, kann der
folgende Tipp helfen: Erstellen Sie auf einem funktionsfähigen
Rechner eine Startdiskette (format a: /s) und kopieren Sie
darauf das Award-Flashtool samt BIOS-Datei. Erzeugen Sie anschließend
eine neue Datei mit dem Namen Autoexec.bat (Rechtsklick,
dann Neu, Textdatei wählen und später umbenennen).
Fügen Sie eine neue Zeile mit folgendem Inhalt hinzu: awdflash.exe
BIOS /py /sn. Ersetzen Sie das Wort BIOS durch den genauen Dateinamen
Ihrer aktuellen BIOS-Datei. Speichern Sie die Änderungen und
versuchen Sie, den Rechner neu zu starten. Die Schalter py
und sn sorgen dafür, dass der Flash-Vorgang ohne Nachfrage
beginnt.
Auch für AMI-BIOS-Benutzer gibt es eine Lösung: Wieder
muss die BIOS-Datei auf eine Startdiskette kopiert werden. Die Datei
wird diesmal aber in Amiboot.rom umbenannt. Wenn der Rechner
von Diskette startet, drücken Sie gleichzeitig die Tasten STRG
und POS1, um das BIOS wiederherzustellen. Beide Tipps müssen
jedoch nicht immer funktionieren. Möglicherweise wurde das
BIOS derart beschädigt, dass der Rechner nicht mal mehr startet.
Dann gibt es nur noch eine Lösung: Wenden Sie sich an den Hersteller
Ihres Mainboards und fragen Sie nach einem Ersatz-BIOS-Baustein.
Bei MSI kostet das wertvolle Ersatzteil rund 30 Mark. Mit einer
speziellen Zange tauschen Sie dann den alten gegen den neuen BIOS-Baustein
aus.
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