| Chipfertigung bei Intel |
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Die Namen der Wälder deuten es an: Hier stehen die digitalen
Reißbretter, auf denen zukünftige Prozessoren entworfen
werden, hier bauen Ingenieure Transistoren in der Größe
eines DNA-Stranges und hier arbeitet man daran, dass Moores
Law auch in den nächsten zehn Jahren noch Gültigkeit
hat. Das Gesetz von Intel-Mitbegründer Gordon Moore besagt,
dass sich die Zahl der Transistoren auf Mikrochips alle 18 bis 24
Monate verdoppelt. Was Moore vor mehr als 30 Jahren lediglich beobachtete,
ist heute zu einer hohen Messlatte für die Industrie geworden.
Immer wieder müssen die Ingenieure einen Wettlauf gegen die
Zeit gewinnen und dabei technische und physikalische Hürden
überwinden. Dabei verlieren sie schon mal: Moore musste erst
1995 den Zeitrahmen von 12 auf 24 Monate verdoppeln. Derzeit allerdings
sieht es nicht schlecht aus: In der D1C-Pilotanlage
laufen schon die ersten 0,13-Mikrometer-CPUs auf 300-Millimeter-Wafern
vom Band. Die Schrumpfkur von den derzeit üblichen 0,18 auf
zukünftige 0,13 Mikrometer bringt neben Kosten in Milliardenhöhe
vor allem eines: Mehr Transistoren pro Chip und ein paar
Monate Vorsprung vor Moores langem Schatten.
In Portland arbeiten Gerald Marcyk und Tom Garrett daran, dass
die Transistoren kleiner und die Stückzahlen größer
werden. Währen Marcyk schon Fertigungsprozesse bis zu 0,035
Mikrometer im Visier hat, haben Garrett und sein Team gerade erst
Pilotanlagen mit Waferscheiben doppelter Größe in Betrieb
genommen. Der Durchmesser der Wafer, auf denen quasi der Grundriss
der Chips abgebildet ist, bestimmt maßgeblich die Kosten der
Produktion: Je größer die glitzernde Scheibe, desto mehr
Platz für Chips. Die Fertigungstechnik ist serienreif, in den
nächsten Monaten werden die Portlander Anlagen weltweit in
Intels Fabriken kopiert. Gerade der Pentium 4 kann in Zukunft wesentlich
günstiger produziert werden. Ein einzelner Chip belegt in der
aktuellen 0,18-Fertigungstechnik 217 Quadratmillimeter auf einer
Scheibe. Mit der doppelten Wafergröße und einer kleineren
Strukturbreite erhöht sich die Ausbeute drastisch. Angenehmer
Nebeneffekt: Der Prozessor hat Spielraum für zusätzliche
Transistoren, derzeit sind es 42 Millionen.
Für Leute wie Justin Rattner kann ein Chip nicht genug Transistoren
haben: Der Chef des Labors für Prozessorforschung konstruiert
mit seinen Leuten aus schlichten Transistor-Schaltern ganze Rechenwerke;
er entscheidet über Cache-Größen, Funktionseinheiten
und Pipeline-Längen. Zukünftige Prozessoren werden
ganze Threads parallel abarbeiten, sagt Rattner, der
Parallelismus bei der Verarbeitung einzelner Befehle ist ausgereizt.
Die bedrohliche ansteigende Hitzeentwicklung in modernen Prozessoren
will Rattner durch eine ausgeklügelte Rotation der Chipaktivität
eindämmen. In der Theorie sollen die gefährlichen heißen
Punkte auf dem Prozessorkern, die so genannten Hot Spots,
zukünftig von Einheit zu Einheit wandern.
Wenn Moores Law weiter gilt, kann Rattner in neun Jahren
rund zwei Milliarden Transistoren verbauen, die mit einem Takt von
bis zu 50 Gigahertz arbeiten. Die Isolationsschicht eines Transistors
wird nur noch drei Atomlagen breit sein, ein Prozessor wird mit
0,6 Volt Spannung arbeiten. Die Signale sollen dann nicht mehr elektrisch,
sondern optisch übertragen werden. Die Chips werden so komplex
sein, dass die Signale intern nur noch mit Lichtgeschwindigkeit
optimal übertragen werden können. Doch ein Problem gibt
es dabei noch: Die notwendigen Mikro-Laser für die Photonen-Übertragung
müssen erst noch erfunden werden vielleicht von einem
Team aus Portland. |
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31.08.2001 * © 1998-2001 Christian Gögelein/COMPUTEC MEDIA AG * Homepage: http://www.pc-tipps.de * Kontakt: webmaster@pc-tipps.de Verwendung des Inhalts - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors |