Intel Developer Forum (IDF)

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Das IDF gehört zu den wichtigsten Foren der Welt. Auch in diesem Jahr gab es spektakuläre Neuigkeiten.


Jedes Jahr lädt Intel tausende Fachbesucher zum Entwickler-Forum IDF ein. Traditioneller Höhepunkt der Show: Intel stellt einen neuen Megahertz-Weltrekord auf – im letzten Jahr waren es zwei Gigahertz. Doch beim diesjährigen IDF in San Jose, Kalifornien, überraschte der Chip-Riese selbst kühnste Optimisten: Mit spektakulären 3,5 Gigahertz lief kurzzeitig ein Pentium 4, den Intel-Vize Paul Ottelini am zweiten Tag des Forums vorführte. Wie der Prozessor gekühlt wurde, verschwieg Ottelini leider ebenso wie Details zum verwendeten Prozessor. Vermutlich handelte es sich um ein Modell mit „Northwood“-Kern im 0,13-Mikrometer-Fertigungsprozess.

Das war nicht der einzige IDF-Knaller: Am Tag zuvor hatte Intel den Pentium 4 mit zwei Gigahertz präsentiert. Wie wir in der letzten Ausgabe berichteten, hat der neue Prozessor die Konkurrenz eingeholt. Die Spitzenwerte erreicht die Zwei-Gigahertz-CPU natürlich nur mithilfe von RDRAM-Speicher. Mit dem neuen 845-Chipsatz bleibt die Geschwindigkeit um bis zu 30 Prozent hinter Rambus-Rechnern zurück. Auf dem IDF gab Bereichschef Floyd Goodrich neue Details zum Billig-Chipsatz bekannt: Der 845 kann 24 Speicher-„Seiten“ geöffnet halten, das sind 20 Seiten mehr als der ältere 815-Chipsatz. Mit weiteren Neuerungen wie dem „Write Cache“, der erstmals mit dem 850 eingeführt wurde, hat Intel aus dem völlig unterdimensionierten Speicher-Interface offensichtlich das Maximum herausgeholt. Die Leistungswerte sind im Vergleich zum 850-Chipsatz schlecht, aber gemessen an der dreimal kleineren Speicherbandbreite überraschend gut. Ein Pentium-4-Prozessor verliert auf einem 845-Rechner „nur“ geschätzte 300 MHz Leistung. Bemerkenswert ist ein weiteres Chipsatz-Feature mit dem Namen „Data Bus Inversion“ (DBI). Problematisch ist bei hohen Taktraten das „Umkippen“ aller Datenbits. Dabei entsteht ein gefährliches Rauschen auf dem Bus, einige Signale werden „unscharf“. DBI ist ein simples Umkehr-Signal, die gesendeten Datenbits werden nach der Ankunft einfach invertiert. Deshalb werden niemals mehr als die Hälfte aller Leitungen gleichzeitig genutzt, das gefürchtete Rauschen bleibt aus.

Bei zukünftigen Prozessoren setzt Intel ebenfalls auf Innovation: „Hyper Threading“ heißt die Zauberformel, mit der kommende Prozessoren bei gleichem Takt bis zu 30 Prozent schneller rechnen sollen. Nach Ansicht von Bereichschef Justin Rattner ist die gleichzeitige Abarbeitung von Befehlen ausgereizt („Instruction Level Parallelism“, ILP). Hyper Threading ermöglicht es dagegen, ganze Threads parallel abzuarbeiten. Vereinfacht gesagt, werden künftige Prozessoren zwei Kerne besitzen, die sich wichtige Funktionseinheiten und den Cache teilen. Ein einzelner Prozessor wird sich wie eine SMP-Maschine mit zwei CPUs verhalten.

Neben Prozessoren und Chipsätzen gab es auf dem IDF auch Neues zum Thema „Bus-Systeme“: Der in die Jahre gekommene PCI-Bus soll ab 2003 „3GIO“ Platz machen. Die als „Arapahoe“ bekannt gewordene Technik ist schnell und flexibel: Die maximale Übertragungsgeschwindigkeit liegt bei mehr als 300 Megabyte pro Pin, mehrere Pins steigern die Datenrate noch einmal deutlich. Basis der Technik ist eine Punkt-zu-Punkt-Übertragung, die naturgemäß hohe Taktraten erlaubt. 3GIO soll PCI-kompatibel sein und den Austausch von Karten bei laufendem Rechner ermöglichen. Intel will die endgültige Spezifikation im nächsten Jahr verabschieden.

Seit Jahren wirbt Intel für „Serial ATA“, eine schnellere und einfache Verbindung für Festplatten und CD-ROMs. Auf dem IDF gab es fast marktreife Systeme zu sehen. Im Gegensatz zu heutigen DMA-Rechnern entfällt die aufwendige Master/Slave-Konfiguration, jedes Laufwerk erhält seinen eigenen ATA-Port. Außerdem sind die Kabel dünner und robuster gegen störende Einflüsse. Serial-ATA ermöglicht in der ersten Revision Transferraten bis etwa 190 MByte pro Sekunde. Erste Controller und Laufwerke sollen im nächsten Jahr auf den Markt kommen. Ebenfalls 2002 soll der erste Intel-Chipsatz mit integriertem USB-2.0-Controller vorgestellt werden. Intel-Vize Louis Burns zeigte auf dem IDF eine Platine mit dem neuen Baustein. USB 2.0 erreicht bis zu 480 MBit Bandbreite – das ist mehr als das Vierzigfache der heutigen USB-Schnittstelle. Passende USB-2.0-Geräte sind derzeit jedoch noch kaum verfügbar.

Christian Gögelein


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Mehrere Tausend Journalisten, Entwickler und Fachbesucher kamen zum diesjährigen Herbst-IDF nach San Jose (USA). Das Forum dauerte vom 25. bis zum 30. August



In der Präsentationshalle dominierte Intel. Nvidia, Rambus und die Mainboard-Hersteller hatten wenig Neues zu bieten




31.09.2001 * © 1998-2002 Christian Gögelein/COMPUTEC MEDIA AG * Homepage: http://www.pc-tipps.de * Kontakt: webmaster@pc-tipps.de

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