Scanner

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Ein harter Preiskampf hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass Scanner heute schon für weniger als hundert Mark erhältlich sind. Ob bei solchen Preisen die Qualität auf der Strecke bleibt und worauf sie sonst noch achten müssen, lesen sie hier.



Auf dieser Seite:

Bildbearbeitung
Auflösung
Parallelport
Software
Checkliste
Kommentar

Der Einstieg in die Bildbearbeitung

Wie immer sollte man sich auch bei der Anschaffung eines Scanners grundsätzlich über die persönlichen Ansprüche klar werden. Ein absolutes Low-Cost-Gerät genügt immer dann, wenn nur gelegentlich gescannt wird (zum Beispiel um private Fotos auf dem PC zu archivieren) und dabei Faktoren wie Geschwindigkeit und Qualität weniger bedeutend sind. Erst wenn Dias oder Negative gescannt werden (spezielle Durchlichteinheit erforderlich), oder ganz allgemein professionelle Einsatzgebiete (z.B. für DTP-Publishing) angestrebt werden, muss zu einem besseren Gerät jenseits der 500 DM-Grenze gegriffen werden.

Natürlich ist es nicht mit dem reinen Einlesen der Bilder getan; entscheidend ist vielmehr die Bearbeitung mit speziellen Bildbearbeitungsprogrammen danach. Damit der Scan-Spaß beginnen kann, sollte der Rechner in jedem Fall folgende Mindestvoraussetzungen erfüllen:


Komponente: mindestens gut optimal
Prozessor Pentium MMX Pentium II/III, Athlon Pentium III/4, Athlon >1.0 GHz
Speicher 64 MB 128 MB 256 MB
Festplatte 5 GB 20 GB 40 GB
Monitor 17-Zoll 19-Zoll 21-Zoll
Ausgabe Tintenstrahler, mind. 600 dpi Tintenstrahler, mind. 1200 dpi Farblaser/ Belichtungsmaschine


Sie sehen, dass die Bildbearbeitung am PC zu den anspruchsvollsten Aufgaben überhaupt gehört; natürlich kann man auch Bilder mit einem Pentium 100 mit 32 MB Speicher einscannen, spätestens bei der Nachkorrektur des Kontrastes wird sich aber großer Frust breitmachen, wenn der Rechner überfordert und minutenlanges Warten an der Tagesordnung ist.




Schlüssel zur Qualität: Die Auflösung

Jedes digitale Bild besteht aus verschiedenen Bildpunkten, denen eine bestimmte Farbe zugewiesen wird. Die Auflösung beschreibt nun, wie dicht die einzelnen Bildpunkte beieinander liegen. Diese Angabe erfolgt nach dem englischen Maßsystem, also in Punkten pro Zoll, in englisch »dots per inch«, abgekürzt dpi. Ein Zoll sind genau 2,54 cm.
Zur Veranschaulichung sehen Sie dreimal dasselbe Bild, nur in unterschiedlichen Auflösungen und stark vergrößert:


Bild, 300 dpi Bild, 150 dpi Bild, 75 dpi
Bild in 300 dpi
Bild in 150 dpi
Bild in 75 dpi

Entscheidend ist bei der Auswahl der Auflösung das bevorzugte Ausgabegerät. Wenn Grafiken ins Internet gebracht werden sollen, dann reichen 75 dpi (sicherheitshalber 96 dpi) meistens aus, da Monitore aufgrund physikalischer Gegebenheiten keine dichteren Auflösungen darstellen können. Erst bei Ausgabe auf einen Tintenstrahl- oder Laserdrucker sollte das Bild in einer Qualität von 300 bzw. 600 dpi vorliegen.
Noch anspruchsvoller sind Dias oder Negative: Da hier die Filmstreifen (Kleinbild = 35mm) sehr klein sind, sollte der Scanner schon bis zu 1200 dpi lesen können, weil das Bild ja in der Regel stark vergrößert werden muss, um es großformatig ausdrucken zu können. Man benötigt hohe Reserven in der Auflösung. Mit diesem Wissen um diese Zusammenhänge sollte es Ihnen nun leicht fallen, die von Ihnen benötigte Scanner-Auflösung festzulegen.

[Hinweis:] Für normale Heimanwender bieten Scanner mit einer physikalischen Auflösung von 600 dpi ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die sogenannte physikalische Auflösung ist daher also das wichtigste Kaufkriterium eines Scanners. Natürlich gäbe es die PC-Branche nicht, wenn nicht auch hier bei technischen Angaben maßlos übertrieben würde: Vollmundig preisen die Hersteller Auflösungen bis zu 9600 dpi an, die - gelinde gesagt - einfach lächerlich sind und die niemals jemand brauchen wird. Nur ein Beispiel: Wenn ein Farbfoto (9x13 cm) in 9600 dpi eingescannt würde, wäre die resultierende Bilddatei 6,8 Gigabyte groß...

[Achtung!] Vergessen Sie vierstellige dpi-Angaben. Diese beziehen sich auf eine interpolierte Auflösung. Entscheidend ist aber die physikalische oder optische, die nicht weniger als 600 dpi betragen sollte.

Häufig findet man Angaben wie »maximale physikalische Auflösung 300x600 dpi«. Das ist schlecht, denn die wichtigere Zahl ist in Datenblättern (fast) immer die erste. Die nämlich gibt die entscheidende horizontale Auflösung an. Achten Sie also darauf, dass hier ein Wert von mindestens 600 dpi steht.




Bildbearbeitungs- programme

Diese Programmgattung erlaubt, es (gescannte) Bilder nachzubearbeiten. Nach einem Scan fallen verschiedene Aufgaben an: oft müssen entweder der Kontrast, die Ausnutzung des Farbspektrums, die berühmten »roten Augen« oder die Farben selbst korrigiert werden.
Oft muss das Bild noch ein wenig gedreht werden - eine der rechenintensivsten Aufgaben überhaupt!
Bei allen modernen Scannern liegt ein solches Programm bei.


Bei der Qualität schneiden auch die billigsten Scanner erstaunlich gut ab

Interpolation

Bei der Interpolation eines Bildes werden zur Erhöhung der Auflösung zusätzliche Bildpunkte errechnet. Das heißt, dem Bild werden Punkte zugefügt, die real nicht existieren.
Zwar ist diese Methode bei Scannern und Bildbearbeitungsprogrammen mittlerweile sehr leistungsfähig, trotzdem ist die reale Bildinformation natürlich vorzuziehen.

Qualität und Geschwindigkeit

Generell lässt sich heute sagen, dass selbst billigste Scanner eine erstaunlich hohe Qualität bieten. Gespart wird an anderen Stellen wie Zubehörteilen, der Verarbeitungsgeschwindigkeit oder der mitgelieferten Software.
Folgende Faustregel kann bei der Auswahl helfen: Mit steigendem Preis erhält man immer schnellere, schärfere und höher auflösende Geräte - für den Heimanwender naturgemäß weniger bedeutend.



 Abtasttiefe

Der Begriff »Abtasttiefe« beschreibt, wie viele verschiedene Farben ein Scanner unterscheiden kann. Für eine fotorealistische Wiedergabe sollte ein Bildpunkt mit 24 bit Information beschrieben sein, einschließlich einiger Sicherheitsreserven sind 30 bit empfehlenswert. Das bedeutet nicht anderes, als dass über einer Milliarde Farben unterschieden werden können.
Praktisch jeder neuere Scanner arbeitet mit mindestens 30 bit Abtasttiefe.




Paralleles Dilemma

Nachdem die Unterschiede in Bezug auf Qualität für Heimanwender vernachlässigbar gering sind, kommen wir nun zu einem wirklich heiklen Thema: Der Schnittstelle, an der der Scanner betrieben wird.

Das Gros der Geräte unter 200 Mark wird an die parallele Schnittstelle angeschlossen, an der in fast allen Haushalten auch der Drucker seinen Dienst verrichtet. Der Drucker wird dann an den Scanner angehängt, die Druckdaten auf diese Weise weitergeleitet. Und das gibt oft Probleme. Unvollständige Ausdrucke nach einem Scanvorgang zählen da noch zu den weniger schwerwiegenden, gelegentlich kommt es zu Abstürzen, im schlimmsten Falle vertragen sich Drucker und Scanner überhaupt nicht. Ich hatte zum Beispiel einmal folgendes Problem: Mein Canon BJC-4300, der an einem Network Scanny hing, schaltete sich jedes mal beim Ausschalten des PC selbstständig wieder ein!
Glücklicherweise kann man aber die meisten dieser Probleme einfach umgehen. Entweder man benutzt eine Umschaltbox, die den unabhängigen Betrieb zweier Geräte an einem Port ermöglicht, oder man installiert eine Parallelport-Karte (beides circa 30 Mark). Weiterer Workaround: Bei Anschaffung eines neuen Druckers auf USB-Anschluss achten oder gleich einen USB-Scanner kaufen (ca. 50 Mark teurer), damit geht man dem Parallelport-Dilemma gleich aus dem Weg. Auch ein kleines Netzwerk schafft Abhilfe.
Wie gesagt, es muss keine Probleme geben, aber man sollte darauf vorbereitet sein.



 ECP und EPP

Der Parallelport entstand schon in der »Urzeit« der Computer und war nie für den Empfang von Daten konzipiert, es wurden jahrelang nur Informationen in Richtung Drucker gesendet.
Als die Schnittstelle auch für andere Einsatzgebiete interessant wurde, ersann man Verfahren, um den Transfer in beide Richtungen zu beschleunigen. Dazu dienen die ECP und EPP-Modi.
Vor allem beim Scannen sollte der Parallelport im ECP-Modus arbeiten. So geht die Übertragung der Bilddaten wesentlich schneller vonstatten. Jeder Pentium-Rechner beherrscht zwar diesen Modus, häufig ist er aber im BIOS deaktiviert.
Übrigens hilft es gelegentlich, bei Problemen mit Scanner und Drucker einen anderen Parallelport-Modus zu wählen. Wenn es mit ECP nicht funktioniert, dann erst mit EPP probieren oder - wenn immer noch Probleme auftauchen - mit SPP (Standard).



 Oder lieber gleich SCSI?

Am elegantesten lässt der Profi jedoch alle diese Problemchen hinter sich, indem er ein SCSI-System einsetzt: Zum einen ist die Geschwindigkeit wesentlich höher, zum anderen können in einem SCSI-System bis zu 15 externe Geräte eingesetzt werden.
Diese Lösung rentiert sich jedoch nur, wenn man besonders viel Peripherie einsetzt, einen CD-Brenner etwa und neben dem Scanner noch ein ZIP-Laufwerk. Denn Geräte in SCSI-Ausführung sind deutlich teurer als ihre normalen Pendants. Geschwindigkeit ist nicht mehr das erste Argument, weil gerade der IDE-Bus stark aufgeholt hat und heute fast genauso schnell arbeitet wie ein SCSI-System. Alle Details auf der SCSI-Seite.




Software

Wichtiger als ein paar Punkte in der Qualitätswertung ist bei modernen Billigscannern die Ausstattung mit leistungsfähiger Software, besonders wenn Gedrucktes über die Texterkennung in digitale Daten umgewandelt werden soll.


 Texterkennung (OCR)

Theoretisch ist das eine tolle Sache: Einfach eine Buchseite auf den Scanner legen, einlesen lassen und schon steht das Geschriebene in allen PC-Anwendungen zur Verfügung. Doch so einfach ist es leider nicht.

Wenn ein Scanner eine Auflösung von 600 dpi besitzt, dann hat er seine Aufgabe für die Texterkennung bereits erfüllt. Der Scan eines Textes erfolgt sowieso in schwarzweiß, das heißt Qualität und Farbtiefe sind völlig irrelevant.

Im nächsten Schritt ist das Texterkennungsprogramm gefragt. Es muss aus dem gelesenen Bild einen digitalen Text machen. Und dabei gibt es große Unterschiede.
Das Wichtigste vorweg: Es gibt noch kein Programm, das gedruckte Texte ohne Fehler in PC-Dokumente umwandeln kann. Je schlechter die Vorlage (besonders schlimm: Fax), desto mehr Zeit verbringt der Anwender mit der Nachkorrektur von Lesefehlern.

Dazu kommt, dass billigen Scannern häufig nur eine eingeschränkte Version beiligt. Will man wirklich leistungsfähige Texterkennungssoftware, muss man diese für etwa 150 bis 300 Mark nachkaufen.
Aber es gibt auch vereinzelt Lichtblicke. So ist zum Beispiel »Textbridge« schon in der »Classic«-Version außerordentlich leistungsfähig, ebenso wie »Finereader«.
Übrigens ist es immer noch unmöglich, handgeschriebene Texte erkennen zu lassen.



 Bildbearbeitungssoftware

Auch bei den mitgelieferten Programmen zur Bildbearbeitung wird gerne gespart. Nichts ist lästiger als eine eingeschränkte Version, die bei jedem Aufruf mit einem Hinweis auf den »vorteilhaften« Kauf der Vollversion nervt.
Anständige Programme, die häufig Scannern beiligen, sind »Image-In« oder »Photo Impact«. Eine Zeitlang gab es sogar zu bestimmten Plustek-Geräten die Vollversion von »Picture Publisher 7«. Dieses Programm war im freien Handel teurer als der komplette Scanner!



 TWAIN-Modul

Bei dem sogenannten »TWAIN-Modul« handelt es sich um ein kleines Programm, das die Verbindung zwischen Scanner und Betriebssystem herstellt. Weil auch hier ein hohes Niveau gehalten wird, soll auf eine ausführliche Darstellung verzichtet werden.
Nur soviel: Von Vorteil ist bei Einsatz von Windows ME, 2000 oder anderen Betriebssystemen ein passendes TWAIN-Modul, besonders Windows NT reagiert sehr sensibel auf unsauber programmierte Module; vielen Scannern liegt noch immer Windows 98-Software bei.




Und sonst?

Beachten Sie, dass das mitgelieferte Kabel, das den Scanner mit dem PC verbindet, nie länger als maximal 1, 20 Meter ist. Es sollte auch nicht verlängert werden, da sonst Daten verloren gehen können.




 Checkliste

  • mind. 600 dpi Auflösung
  • mind. 30 bit Abtasttiefe
  • gute Bildbearbeitungssoftware
  • gute Texterkennungssoftware



Der Markt

Es ist kaum damit zu rechen, dass günstige Scanner noch billiger werden. Bei Preisen ab 100 Mark haben die Hersteller wirklich keinen Spielraum mehr.
Dafür werden wahrscheinlich die besser ausgestatteten Modelle, die beispielsweise auch Dias einlesen können, und die mit USB-Anschluss vermutlich noch ein paar Mark im Preis nachgeben.




Kommentar und Kauftipps

Wer sich einen Scanner kaufen will und keine allzu hohen Ansprüche hat, kann sogar seine Großmutter zum PC-Händler schicken. Man kann wirklich nicht viel falsch machen.
Im unteren Preisbereich - und das ist der für Privatleute interessanteste - bieten alle Geräte ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 150 Mark gibt es ausgereifte Modelle.
Mitunter ist es sogar sinnvoller, ein Gerät nach der beigepackten Software oder nach dem Kriterium Durchlichtaufsatz auszuwählen.

Es empfiehlt sich, beim Kauf ein Rückgaberecht zu vereinbaren, um eventuell auftretenden Problemen mit einem zweiten Parallelportgerät oder Unverträglichkeiten der TWAIN-Schnittstelle aus dem Weg zu gehen.




PC-Tipps empfiehlt

Scanner

Modell

Preis

Grund

Umax Astra 2000

150 Mark

günstiger und ausgewogener Scanner ohne Schwächen für die USB-Schnittstelle

Plustek Optic Pro-Reihe

100 bis 250 Mark

ebenfalls sehr günstige Geräte ohne größere Schwächen

Epson GT-7000

400 Mark

sehr schnelle Geräte


Erfahrungen mit Scannern bei  dooyoo.de

USB

Diese Schnittstelle ist ein relativ neues Bindeglied zwischen PC und externen Geräten. Moderne Drucker, Scanner, Modems, aber auch Mäuse oder ISDN-Karten, werden schon in USB-Ausführung verkauft.
Allerdings funktionieren diese Geräte nur mit Windows 98 wirklich fehlerfrei; unter Windows 95 gibt es - trotz eines speziellen Updates - häufig Probleme.





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