Qualität und Geschwindigkeit
Generell lässt sich heute sagen, dass selbst billigste Scanner eine erstaunlich hohe Qualität bieten. Gespart wird an anderen Stellen wie Zubehörteilen, der Verarbeitungsgeschwindigkeit oder der mitgelieferten Software.
Folgende Faustregel kann bei der Auswahl helfen: Mit steigendem Preis erhält man immer schnellere, schärfere und höher auflösende Geräte - für den Heimanwender naturgemäß weniger bedeutend.
Abtasttiefe
Der Begriff »Abtasttiefe« beschreibt, wie viele verschiedene Farben ein Scanner unterscheiden kann. Für eine fotorealistische Wiedergabe sollte ein Bildpunkt mit 24 bit Information beschrieben sein, einschließlich einiger Sicherheitsreserven sind 30 bit empfehlenswert. Das bedeutet nicht anderes, als dass über einer Milliarde Farben unterschieden werden können.
Praktisch jeder neuere Scanner arbeitet mit mindestens 30 bit Abtasttiefe.
Paralleles Dilemma
Nachdem die Unterschiede in Bezug auf Qualität für Heimanwender vernachlässigbar gering sind, kommen wir nun zu einem wirklich heiklen Thema: Der Schnittstelle, an der der Scanner betrieben wird.
Das Gros der Geräte unter 200 Mark wird an die parallele Schnittstelle
angeschlossen, an der in fast allen Haushalten auch der Drucker
seinen Dienst verrichtet. Der Drucker wird dann an den Scanner angehängt,
die Druckdaten auf diese Weise weitergeleitet. Und das gibt oft
Probleme. Unvollständige Ausdrucke nach einem Scanvorgang zählen
da noch zu den weniger schwerwiegenden, gelegentlich kommt es zu
Abstürzen, im schlimmsten Falle vertragen sich Drucker und Scanner
überhaupt nicht. Ich hatte zum Beispiel einmal folgendes Problem:
Mein Canon BJC-4300, der an einem Network Scanny hing, schaltete
sich jedes mal beim Ausschalten des PC selbstständig wieder ein!
Glücklicherweise kann man aber die meisten dieser Probleme einfach umgehen. Entweder man benutzt eine Umschaltbox, die den unabhängigen Betrieb zweier Geräte an einem Port ermöglicht, oder man installiert eine Parallelport-Karte (beides circa 30 Mark). Weiterer Workaround: Bei Anschaffung eines neuen Druckers auf USB-Anschluss achten oder gleich einen USB-Scanner kaufen (ca. 50 Mark teurer), damit geht man dem Parallelport-Dilemma gleich aus dem Weg. Auch ein kleines Netzwerk schafft Abhilfe.
Wie gesagt, es muss keine Probleme geben, aber man sollte darauf vorbereitet sein.
ECP und EPP
Der Parallelport entstand schon in der »Urzeit« der Computer und war nie für den Empfang von Daten konzipiert, es wurden jahrelang nur Informationen in Richtung Drucker gesendet.
Als die Schnittstelle auch für andere Einsatzgebiete interessant wurde, ersann man Verfahren, um den Transfer in beide Richtungen zu beschleunigen. Dazu dienen die ECP und EPP-Modi.
Vor allem beim Scannen sollte der Parallelport im ECP-Modus arbeiten. So geht die Übertragung der Bilddaten wesentlich schneller vonstatten. Jeder Pentium-Rechner beherrscht zwar diesen Modus, häufig ist er aber im BIOS deaktiviert.
Übrigens hilft es gelegentlich, bei Problemen mit Scanner und Drucker einen anderen Parallelport-Modus zu wählen. Wenn es mit ECP nicht funktioniert, dann erst mit EPP probieren oder - wenn immer noch Probleme auftauchen - mit SPP (Standard).
Oder lieber gleich SCSI?
Am elegantesten lässt der Profi jedoch alle diese Problemchen hinter sich, indem er ein SCSI-System einsetzt: Zum einen ist die Geschwindigkeit wesentlich höher, zum anderen können in einem SCSI-System bis zu 15 externe Geräte eingesetzt werden.
Diese Lösung rentiert sich jedoch nur, wenn man besonders viel Peripherie einsetzt, einen CD-Brenner etwa und neben dem Scanner noch ein ZIP-Laufwerk. Denn Geräte in SCSI-Ausführung sind deutlich teurer als ihre normalen Pendants. Geschwindigkeit ist nicht mehr das erste Argument, weil gerade der IDE-Bus stark aufgeholt hat und heute fast genauso schnell arbeitet wie ein SCSI-System. Alle Details auf der SCSI-Seite.
Software
Wichtiger als ein paar Punkte in der Qualitätswertung ist bei modernen Billigscannern die Ausstattung mit leistungsfähiger Software, besonders wenn Gedrucktes über die Texterkennung in digitale Daten umgewandelt werden soll.
Texterkennung (OCR)
Theoretisch ist das eine tolle Sache: Einfach eine Buchseite auf den Scanner legen, einlesen lassen und schon steht das Geschriebene in allen PC-Anwendungen zur Verfügung. Doch so einfach ist es leider nicht.
Wenn ein Scanner eine Auflösung von 600 dpi besitzt, dann hat er seine Aufgabe für die Texterkennung bereits erfüllt. Der Scan eines Textes erfolgt sowieso in schwarzweiß, das heißt Qualität und Farbtiefe sind völlig irrelevant.
Im nächsten Schritt ist das Texterkennungsprogramm gefragt. Es muss aus dem gelesenen Bild einen digitalen Text machen. Und dabei gibt es große Unterschiede.
Das Wichtigste vorweg: Es gibt noch kein Programm, das gedruckte Texte ohne Fehler in PC-Dokumente umwandeln kann. Je schlechter die Vorlage (besonders schlimm: Fax), desto mehr Zeit verbringt der Anwender mit der Nachkorrektur von Lesefehlern.
Dazu kommt, dass billigen Scannern häufig nur eine eingeschränkte Version beiligt. Will man wirklich leistungsfähige Texterkennungssoftware, muss man diese für etwa 150 bis 300 Mark nachkaufen.
Aber es gibt auch vereinzelt Lichtblicke. So ist zum Beispiel »Textbridge« schon in der »Classic«-Version außerordentlich leistungsfähig, ebenso wie »Finereader«.
Übrigens ist es immer noch unmöglich, handgeschriebene Texte erkennen zu lassen.
Bildbearbeitungssoftware
Auch bei den mitgelieferten Programmen zur Bildbearbeitung wird gerne gespart. Nichts ist lästiger als eine eingeschränkte Version, die bei jedem Aufruf mit einem Hinweis auf den »vorteilhaften« Kauf der Vollversion nervt.
Anständige Programme, die häufig Scannern beiligen, sind »Image-In« oder »Photo Impact«. Eine Zeitlang gab es sogar zu bestimmten Plustek-Geräten die Vollversion von »Picture Publisher 7«. Dieses Programm war im freien Handel teurer als der komplette Scanner!
TWAIN-Modul
Bei dem sogenannten »TWAIN-Modul« handelt es sich um ein kleines Programm, das die Verbindung zwischen Scanner und Betriebssystem herstellt. Weil auch hier ein hohes Niveau gehalten wird, soll auf eine ausführliche Darstellung verzichtet werden.
Nur soviel: Von Vorteil ist bei Einsatz von Windows ME, 2000 oder anderen Betriebssystemen ein passendes TWAIN-Modul, besonders Windows NT reagiert sehr sensibel auf unsauber programmierte Module; vielen Scannern liegt noch immer Windows 98-Software bei.
Und sonst?
Beachten Sie, dass das mitgelieferte Kabel, das den Scanner mit dem PC verbindet, nie länger als maximal 1, 20 Meter ist. Es sollte auch nicht verlängert werden, da sonst Daten verloren gehen können.
Checkliste
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mind. 600 dpi Auflösung
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mind. 30 bit Abtasttiefe
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gute Bildbearbeitungssoftware
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gute Texterkennungssoftware
Der Markt
Es ist kaum damit zu rechen, dass günstige Scanner noch billiger
werden. Bei Preisen ab 100 Mark haben die Hersteller wirklich keinen
Spielraum mehr.
Dafür werden wahrscheinlich die besser ausgestatteten Modelle, die beispielsweise auch Dias einlesen können, und die mit USB-Anschluss vermutlich noch ein paar Mark im Preis nachgeben.
Kommentar und Kauftipps
Wer sich einen Scanner kaufen will und keine allzu hohen Ansprüche hat, kann sogar seine Großmutter zum PC-Händler schicken. Man kann wirklich nicht viel falsch machen.
Im unteren Preisbereich - und das ist der für Privatleute interessanteste - bieten alle Geräte ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für 150 Mark gibt es ausgereifte Modelle.
Mitunter ist es sogar sinnvoller, ein Gerät nach der beigepackten Software oder nach dem Kriterium Durchlichtaufsatz auszuwählen.
Es empfiehlt sich, beim Kauf ein Rückgaberecht zu vereinbaren, um eventuell auftretenden Problemen mit einem zweiten Parallelportgerät oder Unverträglichkeiten der TWAIN-Schnittstelle aus dem Weg zu gehen.
PC-Tipps empfiehlt
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Scanner
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Modell |
Preis |
Grund |
Umax Astra 2000 |
150 Mark |
günstiger und ausgewogener Scanner ohne Schwächen für die USB-Schnittstelle |
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Plustek Optic Pro-Reihe |
100 bis 250 Mark |
ebenfalls sehr günstige Geräte ohne größere Schwächen |
Epson GT-7000 |
400 Mark |
sehr schnelle Geräte
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Erfahrungen mit Scannern bei dooyoo.de
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