Modem

Sie sind hier: PC-Tipps > PC-Kaufberater > Modem



Logisch, selbst Boris Becker ist »drin«. Wer heute einen PC kauft, will über kurz oder lang natürlich auch ins Internet. Soviel steht fest: Der Boom ist nicht vorbei, sondern hat gerade erst begonnen. Worauf es wirklich ankommt, um sich mit dem Rest der Welt via PC zu verbinden, sagt Ihnen PC-Tipps auf dieser Seite.

 

Auf dieser Seite:

Modem oder ISDN?
Geschwindigkeit
Checkliste
Der Markt
Kommentar

Modem oder ISDN ?

Vor dem Spaß im Internet steht zunächst die Frage, mit welchem Verkehrsmittel man die Informationslandschaft bereisen will. Diese Wahl hat nichts mit dem PC zu tun, sondern hängt vom hauseigenen Telefonanschluss ab:

Wer einen normalen Telefonanschluss hat, wählt normalerweise die Modem-Lösung. Das heißt, das Gerät wird wie ein Telefon an PC und Telefonnetz angeschlossen und sorgt so für die Verbindung zum Internet.
Als zweite Möglichkeit, kann man sich per ISDN ins Datennetz begeben. Die Geschwindigkeit beim »Surfen« ist dann ein bisschen höher; das sollte aber nicht der einzige Grund sein, aus dem man sich für diese Lösung entscheidet. Vielmehr bietet ISDN einige Vorteile in der täglichen Telefonkorrespondenz:


Merkmal  
DSL auf ISDN
ISDN
DSL auf T-Net
T-Net (Basis)
max. Download
768 KBit/s
64 KBit/s
768 KBit/s
56 KBit/s
max. Upload
128 KBit/s
64 KBit/s
128 KBit/s
38 KBit/s
Datenkompression
[nein]
[nein]
[nein]
[ja]
Faxe senden und empfangen?
[ja]
[ja]
[ja]
[ja]
Telefonieren und Surfen gleichzeitig ?
[ja]
[ja]
[nein]
[nein]
Telefonkonferenzen, Anklopfen, Rückfragen?
[ja]
[ja]
[nein]*
[nein]*
Anruf - Weiterleitung
[ja]
[ja]
[ja]
[ja] 
Anzahl Rufnummern
3
3
1
1
Anzahl anschließbarer Geräte (Fax, AB, etc.)
8
8
3
3
Notwendig für den Internetzugang:
Netzkarte, NTBBA
ISDN-Karte (ab 150 DM)
Netzkarte, NTBBA
Modem (ab 100 DM)
Grundgebühr pro Monat
ISDN+ 14,89 DM
ab 44,89 DM
T-Net+ 29,89 DM
24,82 DM
Flatrate
ab 49 DM
-
ab 49 DM
-
*gegen Aufpreis möglich

Sinnvoll ist ein ISDN-Anschluss zum Beispiel für kleine Familien, da dann drei unterschiedliche Rufnummern vergeben werden können. Eine davon kann man zum Beispiel einem Fax zuordnen.

Im harten Preiskampf unter den Telefonanbietern gibt es immer wieder Sonderangebote der Telekom, die zum Beispiel eine ISDN-Anlage mit passender PC-Karte und die komplette Installation umfasst.

Ausgehend von dem hauseigenen Telefonanschluss (T-Net oder ISDN) kann zusätzlich DSL (Digital Subscriber Line) benutzt werden. DSL ist also kein Telefonanschluss, sondern lediglich eine zusätzliche Leitung, die einzig und alleine zur Datenübertragung von und zum Internet dient.



Geschwindigkeit

Die effektive Übertragungs-Geschwindigkeit zum Internet wird in Bit oder Kilo-Bit pro Sekunde gemessen. Dabei gilt: Je mehr Daten pro Sekunde übertragen werden können, desto kürzer die Ladezeiten der Dateien oder Internet-Seiten, desto schneller und komfortabler also das »Surfen« im Internet.

Die schnellste Verbindung ist DSL, gefolgt von ISDN und dem normalen Telefonanschluss, dem T-Net.



DSL 

DSL (auch: T-DSL) ist eine recht neue Technik und bislang nur in mittleren und großen Städten verbreitet. Nach Angaben der Telekom sollen bis Ende des Jahres 2001 rund 80 Prozent aller Haushalte an das DSL-Netz angeschlossen sein. Für etwa zehn Prozent der Bevölkerung wird es jedoch nie einen DSL-Anschluss geben. Wer weiter als vier Kilometer von seiner Vermittlungsstelle entfernt wohnt, hat Pech: Die Leitungen verlieren in diesem Fall zu viele Daten (Die Vermittlungsstelle liegt üblicherweise bei der nächsten Postfiliale).

Für den Geschwindigkeitsrausch im Internet sind mindestens zwei Geräte erforderlich: Ein Splitter und ein DSL-Moden, das so genannte NTBBA. Beide Geräte stellt die Telekom für die Dauer des Vertrages zur Verfügung. Das DSL-Modem wird als Teil eines Netzwerkes eingebunden. Wer kein Netzwerk betreibt, muss also noch eine Netzwerk-Karte dazu kaufen.

[Tipp:] Wer im DSL-Gebiet wohnt, sollte wegen der rasanten Geschwindigkeit auf jeden Fall via DSL ins Internet gehen.

Allerdings gibt es - wie bei jeder neuen Technik - auch mit DSL noch einige Probleme. Wegen des großen Ansturmes hat die Telekom zurzeit massive Lieferprobleme, die erst Mitte 2001 beseitigt sein sollen. Vier Wochen Wartezeit sind an der Tagesordnung, meist werden Splitter und das DSL-Modem noch später geliefert.

DSL ist eine Art »Upgrade«-Option auf den vorhanden Telefonanschluss. Es ist daher möglich, auch über das antiquierte T-Net mit DSL im Internet zu surfen. Doch das macht wegen der aktuellen Preispolitik wenig Sinn: Der Aufpreis auf das T-Net beträgt rund 30 Mark, der Aufpreis bei einen ISDN-Anschluss nur knapp 15 Mark ! Mit anderen Worten: Wer DSL beantragt, bekommt ISDN praktisch umsonst.



ISDN 

ISDN (»Integrated services digital network«) ist weniger für das Internet interessant. Vielmehr bietet es erhebliche Erleichterungen im Telefonalltag. Drei Rufnummern können frei verteilt werden, zwei vollwertige Leitungen stehen zur Verfügung. Wer im Internet surft, kann trotzdem nebenbei telefonieren.

Beide Leitungen lassen sich auch gleichzeitig für die Internet-Verbindung nutzen. Mit Hilfe dieser Kanalbündelung erreicht man die maximale ISDN-Übertragungsgeschwindigkeit von 128 KBit pro Sekunde. Leider fallen dabei auch die doppelten Gebühren an.

Viele ISDN-Vorteile liegen im Detail. Die Technik ist hochgradig ausgereift. Der PC kann zum Beispiel als Anrufbeantworter und (vollwertiges) Fax-Gerät eingerichtet werden.

Für den Internet-Zugang per ISDN wird eine ISDN-Karte benötigt. Je nach Ausführung wird diese entweder in den PC eingebaut oder per Kabel mit einem freien USB-Anschluss verbunden.



Modem 

Die langsamste Variante, im Internet zu surfen, ist die Modem-Lösung. Modems werden an Ihrer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit in Kilobit gemessen. Jede Investition in zusätzliche Geschwindigkeit zahlt sich über kurz oder lang durch kürzere Onlinezeit aus.

Nach der maximalen Übertragungsgeschwindigkeit teilt man Modems in zwei Klassen ein: Hier die alten, nicht mehr zeitgemäßen 33,6er - Modems (33.6 KBit/s), dort die aktuellen 56K-Modelle (56 KBit/s). Beide erreichen diese Spitzenwerte jedoch nur beim Empfang (»Download«) von Daten. Die Geschwindigkeit in umgekehrter Richtung (»Upload«) ist im Gegensatz zu ISDN geringer als die beim Download. Wer nicht gerade eine eigene Homepage betreibt, wird davon aber nichts merken, weil die meisten Daten ja vom Internet zum PC übertragen werden.



 56K-Technik

In der Anfangszeit der 56K-Technologie gab es drei verschiedene Verfahren zur Übertragung der Daten: Zum einen das eher seltene »X2«-System des Herstellers US Robotics, zum anderen das weiter verbreitete »K56flex« von Rockwell.

Um beide Systeme miteinander verträglich zu machen, wurde 1998 ein dritter, einheitlicher Standard beschlossen, der sogenannte V.90-Standard. Mit diesem Standard kann nun jedes 56K-Modem problemlos per Software auch Daten mit einem Modem der jeweils anderen Technologie austauschen.

Der Standard wurde im Jahr 2000 aktualisiert. Der V.92-Standard erlaubt nun einen Upload von maximal 38 KBit pro Sekunde, V.90 ließ maximal 33.6 KBit zu. Die Download-Geschwindigkeit blieb unverändert bei maximal 56 KBit pro Sekunde.

Im Gegensatz zu ISDN-Karten erreicht man mit Modems die maximale Übertragungsgeschwindigkeit nicht zwingend. Die Qualität der hauseigenen Telefonleitung bis zur Vermittlungsstelle der Telekom ist entscheidend für die effektive Surf-Geschwindigkeit im Internet. Wer ein 56K-Modem besitzt, hat daher noch lange keine Garantie dafür, dass er tatsächlich 56 KBit erreicht.

[Achtung!] Die 56K-Technik ist in höchstem Maße abhängig von der Verbindungsqualität des Telefonanschlusses und reagiert äußerst sensibel auf (alltägliche) Schwankungen der Signalintensität. Vielfach werden deswegen nur Übertragungsraten bis zu 46.000bps erreicht, im Einzelfall sogar nur 33.600bps, außerdem kämpfen viele Anwender mit spontanen, nicht zu kontrollierenden Verbindungsabbrüchen, die besonders bei größeren Downloads sehr unangenehm sind.

Es kann durchaus passieren, dass gerade Ihr Telefonanschluss nicht mehr als beispielsweise 38 KBit zulässt. Verlässlich prüfen können Sie Ihre Leitungsqualität nur, indem Sie sich ein 56K-Modem ausleihen und die Verbindung vorher testen.


ISDN-Karte

Abb.1:
Wer per ISDN ins Internet gehen will, benötigt eine ISDN-Karte

Modem

Abb.2: Ohne großen Aufwand kann man sich über normale Telefonanschlüsse mit einem Modem ins Internet einwählen

Übertragungs- geschwindigkeit

Die Modemgeschwindigkeit wird in bps (Bit pro Sekunde) oder cps (Zeichen pro Sekunde; 1 Zeichen= 8 bit) gemessen. Ein 56000bps (56K)-Modem kann also theoretisch 56000 Bit oder 7000 Zeichen pro Sekunde übertragen. Durch Datenkompression kann dieser Wert noch erhöht, durch im Text genannte Faktoren aber auch stark vermindert werden.
1 Kilobit entspricht 1000 Bit.

ISP (Provider)

Kurzwort für Provider, also dem Dienstleister, der Sie ins Internet bringt. Bekannte Provider sind zum Beispiel T-Online oder AOL

ISDN

Integrated services digital network. ISDN bietet zwei vollwertige B-Kanäle, die für Telefongespräche, Faxübertragung oder Internetzugang genutzt werden können. Der zusätzliche dritte C-Kanal dient der Gebührenerfassung und eignet sich nicht zur Datenübertragung.

Leitungsqualität

Bei der Übertragung von Daten muß das für 2400 bps vorgesehene Telefonnetz bis zu 56.000bps übertragen. Dabei gehen je nach Länge und Zustand der Telefonleitung unterschiedlich viele Daten verloren. Viele Telefonanlagen sind Jahrzehnte alt und abenteuerlich verschaltet. Dies wirkt sich natürlich negativ auf den Empfang am Modem aus. Man spricht dann von einer schlechten Leitungsqualität.


Gebühren 

Umsonst ist der Tod und deswegen fallen auch beim Surfen im Internet teilweise beträchtliche Kosten an. Zunächst wollen natürlich die Geräte (Modem, ISDN-Karte) bezahlt werden, schließlich der Internet-Zugang selbst.

Grundsätzlich gibt es beim Surfen im Internet zwei Kostenfaktoren: Einmal die normale Gebühr, die auch für jedes Telefongespräch zum Ortstarif anfällt. Daneben verlangen die Provider (die Firma, die das Telefongespräch quasi »ins Internet« weiterleitet) ihrerseits eine kleine Gebühr.

Dank der Liberalisierung auf dem Telefonmarkt treten heute aber (fast) alle Provider gleichzeitig als Telefondienstleister auf; es gibt nur noch eine Gebühr, die Telefon- und Internetkosten gleichermaßen abdeckt. Bezahlt wird über die normale Telefonrechnung der Telekom.

Für Anwender, die eher selten im Internet surfen werden, eignen sich die so genannten »Internet by call«-Angebote. Hier wird ein Provider nur für die Dauer einer einzigen Internet-Sitzung gebucht. Es gibt keine Vertragsbindung, die Abrechnung erfolgt meist minutengenau über die Telefonrechnung.

Wer pro Monat etwa 20 bis 50 Stunden online ist, bindet sich besser an einen bestimmten Provider seiner Wahl. Durch die längerfristige Vertragsbindung, meist verbunden mit einer monatlichen Grundgebühr von durchschnittlich zehn bis 20 Mark, sind die Kosten für die Internet-Nutzung deutlich geringer.

Viel-Surfer greifen sinnvollerweise zur »Flatrate«. Für einen Pauschalpreis von 50 bis 80 Mark lässt sich das Internet mit diesem Tarif beliebig lange, rund um die Uhr benutzen. Sinnvoll nutzbar ist die Flatrate aber nur mit ISDN, nicht mit einem normalen T-Net-Anschluss (das Telefon wäre vermutlich ständig besetzt).

Weil DSL das Datennetz der Zukunft werden soll, bietet die Telekom für diese Internet-Verbindungsart einen besonders günstigen Flatrate-Tarif von 50 Mark an.

Eine hervorragende Übersicht über die Tarife der Provider bietet die Internet-Seite  Billiger-Surfen.



Checkliste

  • bei Modem: mindestens 56 KBit/s Übertragungsgeschwindigkeit
  • Protokolle: V42bis, V42, V34, V32bis, V32, V22bis, V23
  • Fax-Funktionalität



Kommentar und Kauftipps

Für den einfachen Internetzugang reicht ein 56K-Modem aus. Überprüfen Sie jedoch sorgfältig, ob nicht ein ISDN-Anschluss die wesentlich bessere Lösung ist. Eine ISDN-Karte kostet nicht mehr als ein normales 56K-Modem und liefert stabile 64K-Verbindungen, ganz abgesehen von den vielen anderen ISDN-Annehmlichkeiten. Bei zwei normalen Anschlüssen ist die ISDN-Lösung heute sogar schon billiger.

Wenn irgend möglich, sollten Sie DSL beantragen. Hier ist nicht nur die Grundgebühr günstig, sondern auch die Flatrate. DSL und Flatrate sind in der Regel nur in Kombination mit ISDN sinnvoll.



PC-Tipps empfiehlt

Modem

Modell

Preis

Grund

Elsa Microlink Classic/USB/56K

150 bis 300 Mark

solide Geräte, guter Support

Fritz-Card PnP/Classic/USB (ISDN)

150 bis 300 Mark

die beste Lösung für den Internet-Zugang per ISDN


Erfahrungen mit Modems/ISDN bei  dooyoo.de





12.06.2001 * © 1998-2001 Christian Gögelein * Homepage: http://www.pc-tipps.de * Kontakt: webmaster@pc-tips.de

Verwendung des Inhalts - auch auszugsweise - nur mit ausdrücklicher, schriftlicher Genehmigung des Autors