Schnittstellen
USB
Der Markt für USB-Geräte ist in Bewegung geraten; immer mehr Geräte
erscheinen auch in USB-Ausführung. Um USB-Geräte verwenden
zu können, muss auf der Hauptplatine eine entsprechende Anschlussmöglichkeit
vorhanden sein. Dann können über Steckleisten (wie eine »Mehrfachsteckdose«)
bis zu 127 weitere USB-Geräte betrieben werden. Vollständiger und
problemloser Betrieb ist nur mit Windows 98, ME und 2000 möglich.
Windows 95 unterstützt von Haus aus kein USB. Das Motherboard
sollte mindestens vier USB-Schnittstellen besitzen.
Im Jahr 2001 soll USB 2.0 rasche Verbreitung finden. USB 2.0 lässt
deutlich schnellere Übertragungsraten zu und wird voll abwärtskompatibel
sein.
Firewire
Die Firewire-Technik gleicht dem USB-Port. Auch hier können
mehrere Geräte an einer Schnittstelle betrieben werden. Firewire
bietet deutlich schnellere Übertragungsraten als Standard-USB,
ist aber kaum verbreitet. Immerhin verfügen einige neue Hauptplatinen
über Firewire-Anschlüsse. Ein echtes Kaufkriterium ist
das aber nicht.
UltraDMA/33, 66 und 100
Die neue Hauptplatine sollte mindestens UltraDMA/66
-fähig sein. Dies ist ein Verfahren zur Beschleunigung des Datentransfers
von und zu der Festplatte, sofern diese ebenfalls UltraDMA beherrscht;
praktisch alle neueren Festplatte tun dies. Noch besser, wenn Sie
ATA-100 beherrscht, denn das ist wiederum
die Weiterentwicklung von UltraDMA. ATA/100 kann theoretisch bis
zu 100 MB/s transferieren.
CNR/AMR/ACR-Slot
Wenn eine Innovation der letzten Jahre die »goldene Ananas«
verdient hat, dann ist es der so genannte AMR-Slot. AMR (Audio-Modem-Riser)
ist an sich ein gutes Konzept: Elemetare Sound- und Modem-Funktionen
werden in den Chipsatz (genau: die Southbridge) integriert und über
eine passende Karte genutzt. Die Karte macht aus den elementaren
Funktionen vollwertige Komponenten. Der Haken ist jedoch, dass es
diese AMR-Karten nirgendwo zu kaufen gibt. Und das, obwohl die Technik
schon mehrere Jahre alt ist.
CNR (Communication Network Riser) ist eine ebenso sinnlose Weiterentwicklung
von AMR. Auch hier gibt es nirgendwo passende Karten zu kaufen.
Das liegt daran, dass die Karten nur an PC-Hersteller geliefert
werden, die damit ihre Komplettrechner ausstatten können. In
den freien Handel gelangten sie bislang nicht. Dennoch hat jede
moderne Hauptplatine mindestens einen AMR oder CNR-Slot.
Der Gipfel ist ACR: Dieser Steckplatz ist VIAs Antwort auf die ACR-
und CNR-Initiative von Intel. Er sieht aus wie ein »umgedrehter«
PCI-Slot, und, Sie ahnen es: Auch für diesen Slot gibt es natürlich
keine Karten im Handel.
BIOS
Das BIOS sollte so umfangreich wie möglich sein. Je mehr Einstellmöglichkeiten,
desto besser. Mehr und mehr etablieren sich »jumperless Boards«,
das sind Platinen, bei denen keine Steckbrücken mehr mit Pinzetten
raus oder reingefummelt werden müssen, sondern bei denen sich alle
Einstellungen leicht per BIOS vornehmen lassen. Von Vorteil ist
es, wenn die Möglichkeiten auch entsprechend gut (deutsch und ausführlich!)
dokumentiert sind.
Einige Viren (»CIH«) haben sich darauf spezialisiert,
das BIOS zu löschen und damit die Hauptplatine unbrauchbar zu machen.
Man kann sich gegen derartige Attacken nur dann wirkungsvoll schützen,
wenn die Beschreibbarkeit des BIOS durch einen Jumper erlaubt bzw.
verboten werden kann. Dieser wichtige Jumper wurde auf manchen Platinen
aus Kostengründen wegrationalisiert!
Manche Gigabyte-Hauptplatinen bieten zwei BIOS-Bausteine
- einen zum Lesen, den anderen zur Sicherheit nach CIH-Virenbefall
oder einem fehlgeschlagenen BIOS-Update.
Und sonst ?
Chips on board
Mitunter kann man die eine oder andere Mark sparen, wenn man zu
einer Hauptplatine mit integriertem Sound- oder Grafikchip greift.
Erwarten Sie aber kein Klangwunder: Die Qualität der Platinen-Musik
reicht bestenfalls für ein paar Spielchen und das schlichte Windows-»Tada«.
Dafür gibt's die Soundkarte aber fast gratis dazu.
Bei der Grafikkarte sollte man dagegen anspruchsvoller sein: Die
Leistung der durchschnittlichen On-Board-Chips ist meist unbefriedigend,
der Speicher knapp, und 3D-Funktionen Mangelware. Im schlimmsten
Falle lässt sich der Grafikbaustein nicht einmal abschalten oder
sperrt den AG-Port, so dass keine AGP-Karten eingesetzt werden können
Ähnliches gilt für SCSI-Controller on board. Die Qualität ist bei
diesen Teilen zwar meistens in Ordnung, aber solche Zusatzfunktionen
schlagen mit 200 Mark und mehr zu Buche; ziemlich viel, wenn ein
bis zwei Jahre später die Hauptplatine ausgetauscht werden muss,
um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, oder wenn der Keyboard-Controller
über Nacht den Geist aufgibt und somit die komplette Platine ruiniert
!
![[Hinweis:]](../../_images/tip.gif) |
Komponenten,
die auf einer Hauptplatine integriert sind, sind zwar günstig,
können aber nach Austausch oder Defekt der Hauptplatine nicht
weiterverwendet werden |
|