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  AGP: Andauernd Grafik-Probleme ?

AGP ist eine mittlerweile weit verbreitete Schnittstelle zwischen Hauptplatine und Grafikkarte. Um in den Genuss der vollen Leistung des neuen AGP-Systems zu kommen, brauchen Sie eine entsprechende AGP-Grafikkarte.

Der große Vorteil des Ports ist, dass Grafikkarten nun auf den vollen Bereich des Hauptspeichers zugreifen und somit die Darstellungsqualität bei Spielen verbessern können. Im Moment werden bei dieser Technik drei Übertragungsarten unterschieden. Die einfache (1x, veraltet), die doppelte (2x, nicht mehr aktuell) und die vierfache (aktuell). Damit die Grafikgeschwindigkeit optimal ist, müssen Grafikkarte und Hauptplatine beide den gleichen Modus unterstützen. Bei der Hauptplatine hängt das wiederum vom verwendeten Chipsatz ab.

Jede Hauptplatine mit AGP-Port unterstützt den einfachen Modus, fast alle den doppelten und relativ viele den vierfachen. Gleiches gilt für AGP-Grafikkarten (siehe auch: Grafikkarten, Abschnitt Schnittstelle).

[Hinweis:] Achten Sie darauf, dass sowohl Hauptplatine als auch Grafikkarte den AGP-»4X«-Modus beherrschen. Die Datenübertragung ist dann im Idealfall etwa vier Mal so schnell wie mit dem einfachen AGP-Modus.


Bereits Anfang 1998 stellte Intel den neuen AG-Port vor - und im Jahre 2001 macht diese Technik immer noch Probleme. Die Hauptplatinen-Hersteller haben bislang große Probleme mit einer funktionsfähigen Implementierung des neuen Ports, vor allem moderne 3D-Beschleuniger überfordern das System. Das liegt daran, dass aktuelle 3D-Karten einen recht hohen Strombedarf haben, der die AGP-Schnittstelle überlasten kann. Folge: Das System stürzt bei flotten 3D-Spielen ab.

Zu allem Überfluss geizen die Hauptplatinen-Hersteller mit sinnvollen Informationen. Kompatibilitätslisten, aus denen hervorgeht, welche Grafikkarte mit welcher Platine reibungslos funktioniert, sucht man meist vergeblich. Findet man doch welche, so gibt es spätestens bei einer 3D-Grafikkarte, die neu auf den Markt kommt und einen noch höheren Strombedarf hat, die gleichen Probleme. Auch PC-Tipps hat kein Patentrezept; BIOS- und Grafikkarten-BIOS-Updates mögen manchmal helfen.

Deshalb sollte man schon beim Kauf Vorsicht walten lassen. Die meisten Händler, speziell die vor Ort, kennen die Probleme und zeigen sich kulant. Sollte ein 3D-Beschleuniger nicht funktionieren, kann er - sofern vereinbart - gegen ein anderes Modell ausgetauscht werden.

[Achtung!] Moderne Hauptplatinen können große Probleme mit stromhungrigen AGP-Grafikkarten haben: Ständige Systemabstürze sind die Folge

Mit AGP-Pro wollen die Hauptplatinen- und Chipsatz-Hersteller den Strom-Problemen zu Leibe rücken. Ein AGP-Pro-Steckplatz hat eine leistungsfähigere Stromversorgung. Damit die Stabilität verbessert wird, müssen sowohl Hauptplatine als auch Grafikkarte AGP-Pro fähig sein. Es ist möglich, normale AGP-Karten in Pro-Steckplätze zu stecken und umgekehrt AGP-Pro-Grafikkarten auf einfachen AGP-Ports einzubauen. Leider werden bislang nur wenige Hauptplatinen und High-End-Grafikkarten mit AGP-Pro-Technik ausgestattet.


 

Auf dieser Seite:

AGP-Port
Schnittstellen
BIOS
Und sonst ?
Checkliste
Kommentar

AGP

Accelerated/Advanced Graphics Port. Verbesserte PCI-Schnittstelle, die bis zu viermal höheren Datendurchsatz als bei herkömmlichen (PCI-) Grafikkarten ermöglicht. AGP-Grafikkarten benötigen einen speziellen AGP-Steckplatz auf der Hauptplatine

AGP-Slot

Abb.1:
Der AGP-Slot (oben, braun) ist deutlich kürzer als herkömmliche PCI-Steckplätze (unten, weiß)


  Schnittstellen

 USB

Der Markt für USB-Geräte ist in Bewegung geraten; immer mehr Geräte erscheinen auch in USB-Ausführung. Um USB-Geräte verwenden zu können, muss auf der Hauptplatine eine entsprechende Anschlussmöglichkeit vorhanden sein. Dann können über Steckleisten (wie eine »Mehrfachsteckdose«) bis zu 127 weitere USB-Geräte betrieben werden. Vollständiger und problemloser Betrieb ist nur mit Windows 98, ME und 2000 möglich. Windows 95 unterstützt von Haus aus kein USB. Das Motherboard sollte mindestens vier USB-Schnittstellen besitzen.

Im Jahr 2001 soll USB 2.0 rasche Verbreitung finden. USB 2.0 lässt deutlich schnellere Übertragungsraten zu und wird voll abwärtskompatibel sein.


Firewire  

Die Firewire-Technik gleicht dem USB-Port. Auch hier können mehrere Geräte an einer Schnittstelle betrieben werden. Firewire bietet deutlich schnellere Übertragungsraten als Standard-USB, ist aber kaum verbreitet. Immerhin verfügen einige neue Hauptplatinen über Firewire-Anschlüsse. Ein echtes Kaufkriterium ist das aber nicht.


 UltraDMA/33, 66 und 100

Die neue Hauptplatine sollte mindestens UltraDMA/66 -fähig sein. Dies ist ein Verfahren zur Beschleunigung des Datentransfers von und zu der Festplatte, sofern diese ebenfalls UltraDMA beherrscht; praktisch alle neueren Festplatte tun dies. Noch besser, wenn Sie ATA-100 beherrscht, denn das ist wiederum die Weiterentwicklung von UltraDMA. ATA/100 kann theoretisch bis zu 100 MB/s transferieren.


 CNR/AMR/ACR-Slot

Wenn eine Innovation der letzten Jahre die »goldene Ananas« verdient hat, dann ist es der so genannte AMR-Slot. AMR (Audio-Modem-Riser) ist an sich ein gutes Konzept: Elemetare Sound- und Modem-Funktionen werden in den Chipsatz (genau: die Southbridge) integriert und über eine passende Karte genutzt. Die Karte macht aus den elementaren Funktionen vollwertige Komponenten. Der Haken ist jedoch, dass es diese AMR-Karten nirgendwo zu kaufen gibt. Und das, obwohl die Technik schon mehrere Jahre alt ist.

CNR (Communication Network Riser) ist eine ebenso sinnlose Weiterentwicklung von AMR. Auch hier gibt es nirgendwo passende Karten zu kaufen. Das liegt daran, dass die Karten nur an PC-Hersteller geliefert werden, die damit ihre Komplettrechner ausstatten können. In den freien Handel gelangten sie bislang nicht. Dennoch hat jede moderne Hauptplatine mindestens einen AMR oder CNR-Slot.

Der Gipfel ist ACR: Dieser Steckplatz ist VIAs Antwort auf die ACR- und CNR-Initiative von Intel. Er sieht aus wie ein »umgedrehter« PCI-Slot, und, Sie ahnen es: Auch für diesen Slot gibt es natürlich keine Karten im Handel.




  BIOS

Das BIOS sollte so umfangreich wie möglich sein. Je mehr Einstellmöglichkeiten, desto besser. Mehr und mehr etablieren sich »jumperless Boards«, das sind Platinen, bei denen keine Steckbrücken mehr mit Pinzetten raus oder reingefummelt werden müssen, sondern bei denen sich alle Einstellungen leicht per BIOS vornehmen lassen. Von Vorteil ist es, wenn die Möglichkeiten auch entsprechend gut (deutsch und ausführlich!) dokumentiert sind.

Einige Viren (»CIH«) haben sich darauf spezialisiert, das BIOS zu löschen und damit die Hauptplatine unbrauchbar zu machen. Man kann sich gegen derartige Attacken nur dann wirkungsvoll schützen, wenn die Beschreibbarkeit des BIOS durch einen Jumper erlaubt bzw. verboten werden kann. Dieser wichtige Jumper wurde auf manchen Platinen aus Kostengründen wegrationalisiert!

Manche Gigabyte-Hauptplatinen bieten zwei BIOS-Bausteine - einen zum Lesen, den anderen zur Sicherheit nach CIH-Virenbefall oder einem fehlgeschlagenen BIOS-Update.




  Und sonst ?

 Chips on board

Mitunter kann man die eine oder andere Mark sparen, wenn man zu einer Hauptplatine mit integriertem Sound- oder Grafikchip greift. Erwarten Sie aber kein Klangwunder: Die Qualität der Platinen-Musik reicht bestenfalls für ein paar Spielchen und das schlichte Windows-»Tada«. Dafür gibt's die Soundkarte aber fast gratis dazu.

Bei der Grafikkarte sollte man dagegen anspruchsvoller sein: Die Leistung der durchschnittlichen On-Board-Chips ist meist unbefriedigend, der Speicher knapp, und 3D-Funktionen Mangelware. Im schlimmsten Falle lässt sich der Grafikbaustein nicht einmal abschalten oder sperrt den AG-Port, so dass keine AGP-Karten eingesetzt werden können

Ähnliches gilt für SCSI-Controller on board. Die Qualität ist bei diesen Teilen zwar meistens in Ordnung, aber solche Zusatzfunktionen schlagen mit 200 Mark und mehr zu Buche; ziemlich viel, wenn ein bis zwei Jahre später die Hauptplatine ausgetauscht werden muss, um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, oder wenn der Keyboard-Controller über Nacht den Geist aufgibt und somit die komplette Platine ruiniert !

[Hinweis:] Komponenten, die auf einer Hauptplatine integriert sind, sind zwar günstig, können aber nach Austausch oder Defekt der Hauptplatine nicht weiterverwendet werden


USB

Diese Schnittstelle ist ein relativ neues Bindeglied zwischen PC und externen Geräten. Moderne Drucker, Scanner, Modems, aber auch Mäuse oder ISDN-Karten, werden schon in USB-Ausführung verkauft.
Allerdings funktionieren diese Geräte nur mit Windows 98 wirklich fehlerfrei; unter Windows 95 gibt es - trotz eines speziellen Updates - häufig Probleme.

DMA-Modi

Im Laufe der  Zeit wurden immer neue Verfahren zur Beschleunigung des Datentransfers zwischen PC und Festplatte bzw. CD-ROM ersonnen. Letzer Stand ist das Übertragungsverfahren ATA/100, das theoretisch 100 MB/s bewältigen kann und die vorher üblichen PIO-Modi bzw. UltraDMA/66 ablöst.
Theoretisch deswegen, weil die Werte aufgrund physikalischer Grenzen nie erreicht werden können. Ab dem Modus DMA/66 werden neue, 80-polige Flachbandkabel benötigt.:

PIO 3

11 MB/s

PIO 4

16 MB/s

UltraDMA/33

33 MB/s

ATA/66

66 MB/s

ATA/100

100 MB/s

BIOS

zentrale Steuereinheit im Computer. Weit mehr Fehler als angenommen lassen sich auf veraltete BIOS-Versionen zurückführen, die nur mit einem Update (= Einspielen einer neueren Version) behoben werden können. Regelmäßige BIOS - Updates werden nur von Markenherstellern angeboten


  Checkliste

  • AGP-Steckplatz, Modus 4X, besser AGP-Pro
  • mindestens vier PCI-Steckplätze, eventuell ein ISA-Steckplatz
  • je nach CPU mindestens 100 MHz, besser 133 MHz FSB mit Möglichkeit zur Manipulation (Übertakten)
  • möglichst viele unterschiedliche Spannungen im Bereich von 1,2V - 1,8 Volt (je niedriger, desto besser)
  • umfangreiches BIOS
  • nach Möglichkeit drei, besser vier SDRAM-Steckplätze (evtl. Unterstützung von älterem Speicher)
  • UltraDMA/66fähig, besser DMA/100- (auch als ATA/100 bezeichnet) fähig
  • 2x 16550AN-kompatible UARTs
  • 4 USB-Anschlüsse
  • PS/2 Maus- und Tastaturanschluss
  • bei Onboard-Chips: Deaktivierbarkeit
  • Software auf Diskette oder CD zur Einrichtung des AGP- und IDE-Ports



  Kommentar und Kauftipps

Vor dem Kauf der Hauptplatine steht die Entscheidung für einen bestimmten Prozessor. Wenn Sie sich noch nicht schlüssig sind, lesen Sie bitte zunächst die Prozessorseite, um die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle beurteilen zu können.

Eine Hauptplatine kauft man nie alleine. Denken Sie frühzeitig an die Teile, deren Anschaffung sie im nächsten Jahr planen. Welche Prozessoren kommen in Frage? Welche FSB-Takte brauchen Sie? Wie viele USB-Geräte möchten Sie einsetzen?

Kaufen Sie aber auch nicht zu zukunftssicher, heutige Hauptplatinen sind nur für eine Prozessorgeneration entworfen. Wollen Sie später eine neue Prozessorgeneration einsetzen, muss praktisch immer auch die Hauptplatine gewechselt werden. Einzige Ausnahme waren die ersten Pentium-III-Prozessoren, die wegen ihrer Ähnlichkeit zum Pentium II auch auf Platinen mit 100 MHz Bustakt liefen.

Sind diese Fragen geklärt, dann entscheiden Sie sich für einen Chipsatz.
Es muss nicht immer Intel sein. Zwar hatten VIA- und ALi-Chipsätze in der Vergangenheit große Schwächen bei Leistung und Kompatibilität, doch besonders der VIA Apollo Pro 133 (für Intel-CPUs) oder der KT133A (für AMD-CPUs) sind relativ leistungsfähig und stabil. Hauptplatinen mit diesem VIA-Chipsatz kosten meist nicht mehr als 250 Mark und sind somit günstiger als vergleichbare Boards mit Intel-Chipsatz (um 300 Mark). Außerdem sind die VIA-Chipsätze für Intel-Prozessoren deutlich flexibler: Sie lassen sich - je nach Boarddesign - sogar noch mit PC66-Speicher bestücken, wenngleich damit ein großer Teil der Speichergeschwindigkeit verschenkt wird. Immer wieder gab und gibt es jedoch Probleme mit den VIA-Chipsätzen für AMD-Systeme. PC-Tipps rät nur erfahrenen Anwendern zum Kauf einer solchen Platine.

Kombiplatinen mit eingebauter Grafik- und/oder Soundkarte sind nur bedingt zu empfehlen. Bedenken Sie, dass die Platine mit der neuen Prozessorgeneration ausgedient hat und Sie die aufgelöteten Teile nicht weiterverwenden können. Wenn Sie sich für eine Kombilösung entscheiden, achten Sie auf die Deaktivierbarkeit der Bausteine im BIOS oder per Jumper.

Lassen Sie sich nicht von der Liste der Mindestanforderungen abschrecken; fast alle modernen Mainboards beherrschen die genannten Funktionen, wobei die Unterschiede von Hersteller zu Hersteller nicht besonders variieren.

Wichtigstes Kaufkriterium ist die Support-Qualität; bei Ausstattung und Performance sind die Unterschiede so gering, dass sie vernachlässigbar sind. Wenn Sie ein Markenboard (Asus, Abit, Aopen, DFI, Gigabyte, MSI) kaufen, sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite. Ist der Hersteller nicht ganz so namhaft, dann können Sie sich über das Herstellerverzeichnis (unten) über die Verfügbarkeit von BIOS-Updates und die Qualität des Supports informieren.

Warten Sie bei einer neuen Technologie (z. B. DDR-Hauptplatinen) einige Wochen oder sogar Monate, bis wenigstens die gröbsten Fehler durch BIOS-Updates oder neuere Chipsatz-Revisionen beseitigt wurden.



  PC-Tipps empfiehlt

Hauptplatinen

Modell

System

Grund

ASUS A7V133 (KT133A)

Sockel A

beste Platine für AMD-Prozessoren Athlon und Duron, sehr guter Support

Gigabyte GA 7DXR

Sockel A

beste DDR-fähige Platine mit AMDs 760-Chipsatz

Asus (PIII-) CUV4X

Sockel 370

gute und günstige Platine für Intel-CPUs, VIA Apollo Pro 133A-Chipsatz, sehr guter Support

ASUS CUSL2

Sockel 370

sehr stabile und zuverlässige Platine mit Intel 815-Chipsatz für Pentium III und Celeron-CPUs


Erfahrungen mit Hauptplatinen bei  dooyoo.de



 



26.05.2001 * © 1998-2001 Christian Gögelein * Homepage: http://www.pc-tipps.de * Kontakt: webmaster@pc-tips.de

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