Festplatte

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Der PC-Boom Mitte der neunziger Jahre war zu einem großen Teil auch der Entwicklung von alltagstauglichen Massenspeichern zu verdanken.
Festplatten wurden größer, schneller und preisgünstiger, die Installation immer einfacher.
Worauf Sie heute achten müssen, um keine Enttäuschung zu erleben, lesen Sie im Folgenden:




Auf dieser Seite:

Festplattengröße
Geschwindigkeit
Und sonst ?
Checkliste
Der Markt
Kommentar

Kapazität

Vor dem Kauf einer neuen Festplatte sollten Sie zunächst die von Ihnen benötigte Größe grob abschätzen. Als kleine Hilfe dient die folgende Tabelle:

Anwendung

<15 GB

15-30 GB

>30 GB

Büroanwendungen
[gut geeignet]
[gut geeignet]
[gut geeignet]
Internet
[bedingt geeignet]
[gut geeignet]
[gut geeignet]
Spiele
[nicht geeignet]
[bedingt geeignet]
[gut geeignet]
Bildbearbeitung
[nicht geeignet]
[bedingt geeignet]
[gut geeignet]
Musik-, Videobearbeitung
[nicht geeignet]
[bedingt geeignet]
[bedingt geeignet]

 


 Büro/System

Eine Festplatte kann in der Regel nie zu groß sein. Gerade neuere Anwendungen gehen nicht gerade zimperlich mit dem Festplatten-Speicherplatz um, die Installation von Office 2000 alleine benötigt zum Beispiel schon runde 200 MB. Mit Betriebssystem und ein paar Anwendungen ist die Festplatte ziemlich schnell voll.
Man sollte einige Reserven für die Zukunft einplanen, da jede neuere Version eines Programms immer auch mehr Speicherplatz fordert. Windows 98 brauchte fast doppelt soviele Megabytes wie sein Vorgänger. Windows 2000 schlägt mit fast 950 MB zu Buche.
Dazu kommt, dass das System mit jeder installierten und unvollständig gelöschten Anwedung weiter aufquillt und somit auf scheinbar mysteriöse Weise im Laufe der Zeit mehr und mehr Speicherplatz verloren geht. Besonders Liebhaber von Shareware-Programmen sollten hier ein paar hundert Megabyte zusätzlich einkalkulieren.



 Internet

Unterschätzen Sie auch den Platzbedarf eines Systems mit Internetzugang nicht. Wo vor zwei, drei Jahren noch fünf MB für die Installation des Browsers genügten, sind heute komplette Internet-Suiten mit allem möglichen Schnickschnack bis zu 100 MB unterzubringen (Festplatten-Cache !). Schon bald gesellen sich dann noch zahllose Utilities und Hilfsprogramme dazu, die ebenfalls ihren Raum fordern.



 Spiele

Auch wenn Sie gerne spielen, sollten Sie auf eine ausreichend hohe Festplattenkapazität achten. Neuere Spiele beanspruchen schon mal 650 MB für die Standard installation. Bei fünf installierten Spielen sind dann im ungünstigsten Fall schon drei GB belegt !



 Sonst

Programme zur Bearbeitung von Grafik- oder Musikdateien sind wahre Speicherfresser, wobei weniger die Programme selbst, als vielmehr die von ihnen erstellten Dateien zu wahren Dateimonstern mutieren können. Eine dreiminütige Musikdatei in CD-Qualität beansprucht zum Beispiel schon runde 30 MB. Noch drastischer wird es bei der Erstellung bzw. Bearbeitung von Videos und Präsentationen. Hier können einzelne Dateien bis zu 100 MB groß werden !

Das populäre mp3-Format macht es dank platzsparender Musikdateien möglich, komplette Musikarchive auf Festplatte zu speichern. Je nach Umfang müssen zwischen fünf und zwanzig Gigabyte einkalkuliert werden.

Wenn Sie auch CDs brennen wollen, oder dies in Zukunft vorhaben, planen Sie 650 MB zusätzlich mit ein, da der Inhalt der zu brennenden CD zunächst komplett als »Abbild« auf der Festplatte gespeichert werden kann. Die zum Brennen »on the fly« nötige Transferrate schafft jede moderne Festplatte leicht.



 Der Geiz der Hersteller

Nicht genug, dass alle oben genannten Anwendungen ohnehin schon genug Platz auf der Festplatte fordern; eine neu gekaufte Festplatte hat effektiv auch noch weniger Kapazität zu bieten, als sie vorgibt:

[Achtung!]  Bei der Angabe der Festplattenkapazität verwenden die Hersteller andere Maßstäbe als üblich. Eine laut Hersteller 30 Gigabyte große Festplatte ist in Wirklichkeit nur 26,8 GB groß!

Die meisten Hersteller von Festplatten definieren ein Gigabyte als genau 1.000.000.000 Byte. In Wirklichkeit ist ein Gigabyte aber genau 1.073.741.824 Byte groß. Teilen Sie daher die vom Hersteller angegebene Größe durch den Faktor 1,073 um die tatsächliche Größe zu ermitteln. Bei einer 15 GB-Platte beträgt der Verlust schon fast ein Gigabyte!



 Das alte Leid: Hauptplatine und Festplatte

Bei einer Festplatte mit einer Größe über acht GB kann mit älteren Hauptplatinen (Pentium, Pentium II) möglicherweise nicht die volle Speicherkapazität genutzt werden; als Faustregel gilt: Jede 1998 und später hergestellte Hauptplatine kann solche Speicherriesen vollständig nutzen, bei 1997 produzierten Platinen muss gezielt nachgefragt werden und 1996 und vorher gefertigte können nur einen Teil der Festplatte ansprechen.


 


Kilobyte, Megabyte, was für'n Zeug?

In der Computerwelt werden Informationen in sog. Bytes gespeichert. Ein Byte kann insgesamt 256 verschieden Werte annehmen. Als nächsthöhere Einheit verwendet man den Ausdruck »Kilobyte (KB)«.
Da das Maßsystem auf dem Binärsystem beruht, ergeben sich kleine Verschiebungen: 1 Kilobyte enthält nicht genau 1000, sondern 1024 Bytes.1024 Kilobyte wiederum werden als 1 Megabyte bezeichnet (=1024 KB = 1.048.576 Bytes).Nach diesem Schema geht es weiter mit Gigabyte, Terabyte, usw.

Wieviel Geld sie für ein paar Megabyte mehr investieren müssen, veranschaulicht die obere Grafik am Beispiel der Festplattenhersteller Quantum, Western Digital und Seagate. Es wurden fünf Modelle in verschiedenen Größen verglichen. Die Preispolitik ist dabei erstaunlich identisch.
Versuchen Sie den für Sie besten Kompromiss aus Kapazität und Kaufpreis auszuloten.
Manchmal bekommt man für einen Aufpreis von nur 20 Mark bis zu zwei Gigabyte mehr Platz!
In der Regel steigt der Preis ab einer bestimmten Kapazität (hier im Beispiel bei ca. 4,5 GB; Stand: 16. Mai 98) überproportional an.

HD von innen

So sieht eine Festplatte von innen aus

Achtung bei Einsatz von Windows 95

Unter Windows 95 (A) und DOS kann eine Partition nicht größer als 2 GB sein! Eine 6 GB-Platte muß dann in 3 kleine 2 GB- Partitionen unterteilt werden.
Ab der B-Version von Windows 95 (OSR 2, natürlich auch Windows 98) können Partitionen bis zu 4 Terabyte groß sein, wenn bei der Installation das neue FAT 32- Dateisystem mit installiert wurde.
NT kennt diese Probleme wegen des ausgereifteren NTFS-Systems nicht.
Allerdings sind die Systeme FAT 32 und NTFS absolut inkompatibel, d.h. von einer NT- Partition können keine Daten einer Windows 95B/ 98- Partition gelesen werden!


Geschwindigkeit

Die Leistungsfähigkeit der Festplatte hat einen großen Einfluss auf die Gesamtgeschwindigkeit eines PCs, die sich durch ein subjektiv schnelleres Arbeiten bemerkbar macht.
Bester Parameter, um die Arbeitsgeschwindigkeit einer Festplatte zu bestimmen, sind die Umdrehungen pro Minute. Gängige Modelle arbeiten mit ca. 5400 rpm (rpm = rounds per minute = Umdrehungen pro Minute), neuere schon mit 7200 rpm.
Hier gilt es aber die Wechselwirkungen zu verstehen: Je höher die Umdrehungsgeschwindigkeit, desto größer bzw. schneller der Datentransfer, desto geringer die Zugriffszeit.
Aber: desto mehr abzuführende Hitze und desto lauter die Festplattengeräusche.

[Achtung!]  Vorsicht bei neuesten Festplatten mit Geschwindigkeiten ab 7200 rpm: Bei einigen Modellen ist die Geräuschentwicklung unerträglich hoch!



 Das alte Leid: Hauptplatine und Festplatte (II)

Die neue Platte sollte mindestens UltraDMA/33, besser UltraDMA/66 oder UltraDMA/100 unterstützen, das eine wesentlich schnellere Übertragung als die vorher üblichen PIO-Modi erlaubt.
Leider funktioniert der schnelle Modus nur auf Hauptplatinen, die diesen auch unterstützen. Ist das nicht der Fall, wird die schnellste gemeinsame Transferart gewählt, meist ist das dann PIO 4. Wenn Sie bedenken, dass Sie auch eine Festplatte ohne weiteres bis zu fünf Jahre (z.B. nach drei Jahren als Zweitfestplatte) benutzen können, ist eine Investition in zusätzliche Geschwindigkeit durchaus empfehlenswert.



 Weitere Geschwindigkeitsmerkmale

Bei Festplatten gilt natürlich ebenso wie bei CD-ROM-Laufwerken: Je geringer die Zugriffszeit, desto schneller das Gerät.
Aktuelle Platten sollten nicht mehr als 15 Millisekunden für den Zugriff benötigen.

Ein anderes, brauchbares Maß der Geschwindigkeit ist die mittlere Transferrate, manchmal auch Dauertransferrate genannt. Über fünf Megabyte pro Sekunde sind ein guter Wert.

Ein kleiner Zwischenspeicher bringt nicht nur den Prozessor auf Trab, er kann auch der Festplatte Beine machen:
Ein Cache von mehr als 512 Kilobyte ist empfehlenswert, wenngleich er nicht die Bedeutung des Prozessor-Caches hat.



Und sonst?

Bei Nicht-Marken- und Billigfestplatten wird häufig am Cache gespart oder eine nicht ganz aktuelle Technik verwendet. So ist die Umdrehungsgeschwindigkeit geringer, mithin die Leistung bescheidener und gelegentlich wird auch an der Qualitätskontrolle gespart.
Sie können die Festplatte zwar etwa bei fehlerhaften Sektoren umtauschen, dies ist jedoch wieder mit zusätzlichem Aufwand verbunden



 

 
 

DMA-Modi

Im Laufe der  Zeit wurden immer neue Verfahren zur Beschleunigung des Datentransfers zwischen PC und Festplatte bzw. CD-ROM ersonnen. Letzer Stand ist das Übertragungsverfahren ATA/100, das theoretisch 100 MB/s bewältigen kann und die vorher üblichen PIO-Modi bzw. UltraDMA/66 ablöst.
Theoretisch deswegen, weil die Werte aufgrund physikalischer Grenzen nie erreicht werden können. Ab dem Modus DMA/66 werden neue, 80-polige Flachbandkabel benötigt.:

PIO 3

11 MB/s

PIO 4

16 MB/s

UltraDMA/33

33 MB/s

ATA/66

66 MB/s

ATA/100

100 MB/s


Checkliste

  • mindestens vier, besser sechs Gigabyte Kapazität
  • UltraDMA/66, besser UltraDMA/100-ähig
  • mindestens 128 KB Cache
  • mindestens 5400 rpm Umdrehungsgeschwindigkeit
  • möglichst lange Garantiezeit


Der Markt

Der Festplattenmarkt ist im Gegensatz zu anderen relativ ruhig. Es ist auch auf längere Sicht keine echte »Revolution« absehbar, sodass davon ausgegangen werden kann, dass sich der bisherige Trend fortsetzt und zwar die Festplattenpreise nahezu unverändert bleiben, dafür aber jedes Jahr mehr Megabyte Speicherkapazität für die Mark geboten werden.

Einzig die Geschwindigkeit des Datendurchsatzes wird durch immer neue Verfahren stetig erhöht. Nach UltraDMA/66 ist die neue Technik UltraDMA/100 heute Stand der Dinge.



Kommentar und Kauftipps

Festplatten sind äußerst empfindlich! Achten Sie daher auf eine möglichst lange Garantiezeit. Bei Bestellungen über den Versandhandel sollte eine Transportversicherung abgeschlossen werden. Führen Sie in den ersten vier Wochen nach Inbetriebnahme der neuen Festplatte regelmäßig, am besten täglich, Testprogramme wie Scandisk aus. Sollten (physikalisch) fehlerhafte Sektoren auftauchen, rechtfertigt dies einen Umtausch! Machen Sie davon Gebrauch, denn regelmäßig werden neue, fehlerhafte Sektoren hinzukommen.

Im Moment werden Komplett-PCs mit Festplatten in der Größe von etwa 30 Gigabyte ausgestattet. Erfahrungsgemäß sind dann diese Größen auf dem freien Markt nur schwer erhältlich oder unverhältnismäßig teuer.

Vergleichen Sie die Preise bei Ihrem Händler genau. Oft bietet der für nur zehn oder zwanzig Mark mehr eine deutlich größere Festplatte an.

Die alte Festplatte kann weiterverwendet werden. Sie können ein zweites Betriebssystem (zum Beispiel Linux) ohne große Umstände installieren oder die alte Festplatte als Sicherungsmedium für Ihre wichtigen Dateien verwenden. Wichtig ist dabei nur, dass Sie genügend Platz im PC-Gehäuse zum Einbau der zweiten Festplatte haben und das Verbindungskabel zur Hauptplatine nicht länger als ca. 30 cm ist.



PC-Tipps empfiehlt

Festplatten

Modell

Preis

Grund

IBM DTLA-307060 (61 GB)

700 Mark

schnelle und große IDE-Platte

Quantum Fireball (13 GB)

280 Mark

günstige, aber kleine Festplatte

IBM DTLA 307030 (30 GB)

350 Mark

zuverlässige und schnelle Platte


 Erfahrungen mit Festplatten bei dooyoo.de

 
 


23.05.2001 * © 1998-2001 Christian Gögelein * Homepage: http://www.pc-tipps.de * Kontakt: webmaster@pc-tipps.de

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