CD-Brenner

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Kaum ein Gerät ist so schnell so beliebt geworden wie der CD-Brenner. Er ermöglicht es nicht nur, eigene Daten- und Musik-CDs anzufertigen, sondern eignet sich nebenbei hervorragend als Backup-Medium.
PC-Tipps klärt, welche Kompromisse bei Preisen ab 200 Mark gemacht werden müssen.




 Wozu einen Brenner?

Wer einmal eine komplette Datensicherung seiner Dokumente angefertigt hat, kennt das Problem. Das Backup verschlingt Dutzende herkömmlicher Disketten und wird zur harten Geduldsprobe für die Nerven; spezielle Backup-Medien sind oft zu klein (ZIP-Diskette, LS120) oder zu teuer (JAZ-Drive, Streamer). Eine CD dagegen ist ideal; sie bietet mit 650 MB genügend Kapazität und ist bei Preisen von 2 bis 10 Mark für einen Rohling vergleichsweise günstig.

Natürlich lassen sich auch komplette Daten-CDs brennen - egal ob 1:1-Kopie einer vorhandenen CD oder als Zusammenstellung der eigenen, häufig benötigten Programme und Dateien.

Nebenbei produziert der Brenn-Profi Musik-CDs, zum Beispiel mit einer Zusammenstellung der beliebtesten Songs (übrigens ein hervorragendes Geburtstags-Geschenk) oder sogar Video-CDs.

Es gibt noch eine Menge weiterer Einsatzgebiete. PC-erfahrene Fotografen brennen ihr Bildarchiv auf CD, clevere (Hoch-)Schulabgänger präsentieren ihre Bewerbung multimedial und Nachwuchs-Bands »pressen« ihre erste CD-Auflage selbst. Doch nun zur Sache.




Auf dieser Seite:

Wozu einen Brenner?
Geschwindigkeit
Brennsoftware
Daten-/Audio-CDs
Checkliste
Kommentar

Vorüberlegungen

Damit der neue Brenner reibungslos funktioniert, sollte der PC ein großes Gehäuse (Midi- oder Big-Tower) und ein leistungsfähiges Netzteil (mindestens 300 Watt) besitzen. Durch den Laserstrahl des CD-Brenners entsteht eine beträchtliche Hitze, die PCs mit kleinem Gehäuse oder übertakteten Prozessoren schnell überlastet.

Vor dem Kauf muss zunächst die Frage der Schnittstelle geklärt werden. Ein CD-Brenner könnte ein guter Grund sein, auf SCSI umzusteigen.



 Schnittstelle

Einen CD-Brenner kann man wie alle anderen Laufwerke (CD, DVD, Festplatte) für zwei unterschiedliche Systeme kaufen: für den IDE-Bus oder als SCSI-Gerät. Worin sich die Systeme unterscheiden, entnehmen Sie bitte der SCSI-Seite.

Betrachtet man nur die Anschaffung eines Brenners, haben die Systeme dabei folgende Vor- und Nachteile:

  Vorteile Nachteile

SCSI

- Brenner kann in externem Gehäuse untergebracht werden (weniger Hitze im PC)
- problemlose Integration auch bei PCs mit vielen Komponenten

- teuer (ab 500 Mark)
- evtl. zusätzliche SCSI-Karte notwendig

IDE

- günstige Anschaffung (ab 300 Mark)
- relativ einfacher Einbau

- IDE-Bus kann nur vier Geräte verwalten
- enorme Hitzeentwicklung im PC


Der größte Nachteil beim Kauf eines CD-Brenners für den IDE-Bus ist die Beschränkung des Systems auf maximal vier Geräte. Wer zum Beispiel zwei Festplatten und ein CD-ROM-Laufwerk besitzt, kann zwar noch einen Brenner anschließen. Doch spätestens beim Kauf eines internen ZIP- oder LS120-Laufwerkes ist endgültig Schluss. Dann hilft nur noch ein SCSI-System oder eine Hauptplatine mit zusätzlichen IDE-Controllern weiter.



 Geschwindigkeit

Das wichtigste Werbe-Argument der Hersteller ist die Geschwindigkeit, mit der die CDs maximal gebrannt werden können. Es gelten die selben Einheiten wie bei CD-ROM-Laufwerken (4-fach=600 Kilobyte/Sekunde).
Eine Angabe wie 8x/4x/4x bedeutet: Dieser Brenner liest normale CDs mit achtfacher Geschwindigkeit. Er brennt einfache Rohlinge ebenso mit vierfacher Geschwindigkeit wie wiederbeschreibbare Rohlinge.

Die Geschwindigkeit sollte nicht unterschätzt werden. Mit einem 4x-Brenner dauert es etwa 20 Minuten bis eine CD geschrieben ist, mit einem 8x-Brenner nur etwa zehn Minuten. Wer häufig brennt, sollte hier ein paar Mark mehr in ein schnelles Gerät investieren.

Leider erreichen CD-Brenner beim reinen Lesen von CDs nicht die Leistungswerte normaler CD-ROM-Laufwerke. Die Lesegeschwindigkeit ist nur etwa halb so schnell, die Zugriffszeit bis zu vier Mal so lang, die Fehlerkorrektur schlechter. Es ist auch aus diesem Grund nicht zweckmäßig, ein vorhandenes CD-ROM-Laufwerk durch den Brenner zu ersetzen.

Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Ihre Festplatte den Anforderungen gewachsen ist (mehr unter: Festplatte). Sie sollte schnell sein, das heißt mindestens DMA unterstützen, und mindestens 750 Megabyte freien Speicher haben, da manche CDs voher als »Abbild« vor dem Brennvorgang auf Festplatte gespiegelt werden müssen.



 Formate

Dateien oder Musikstücke können auf verschiedene CD-Rohlinge gebrannt werden. Im Einzelnen unterscheidet man folgende Medien.

Bezeichnung Kapazität Verfahren
CD-R 650 MB/ 74 Minuten (ca. zwei Mark) normaler CD-Rohling. Nur einmal beschreibbar; tritt während dem Brennvorgang ein Fehler auf, ist der Rohling »verschossen«, also reif  für den Sondermüll
CD-R 80 700 MB/ 80 Minuten (ca. drei Mark) Rohling mit Überkapazität, wird für die 1:1-Kopie einiger Daten-CDs benötigt
CD-RW 650 MB/ 74 Minuten (ca. 5 bis 20 Mark) bis zu 1000 Mal wiederbeschreibbarer Rohling, kann wie eine Diskette neu formatiert werden

Noch immer werden CD-Brenner verkauft, die nicht mit jedem Format umgehen können.

[Hinweis] Achten Sie darauf, dass der Brenner sowohl CD-Rs mit Überlänge als auch CD-RWs lesen und beschreiben kann



 Brennsoftware

CD-Brenner haben die anfänglichen Probleme überwunden und sind heute ausgereifte und nützliche Zusatzgeräte. Wenn etwas nicht klappt, dann liegt das meistens an der Brennsoftware.

Während die Hersteller in Anzeigen mit der Geschwindigkeit ihrer Brenner protzen, ist die Qualität der mitgelieferten Brennsoftware für den Anwender wesentlich wichtiger. Sie entscheidet darüber, wie gut die Fähigkeiten des Gerätes ausgenutzt werden.
Das ist besonders für Musik-CDs bedeutend, denn Brenner und Software sollten sowohl das mp3-Format als auch das Disk-at-once-Verfahren beherrschen, dazu jedoch später mehr.

Sie erhalten keineswegs ein auf Ihren Recorder zugeschnittenes Programm, sondern eine allgemeine Brennsoftware. Der CD-Brenner verhält sich im System genau wie ein einfaches CD-ROM-Laufwerk; erst beim Start der Brennsoftware wird das Gerät aktiviert. Wenn Ihr Brennprogramm schon etwas älter ist, dann kennt sie möglicherweise den Brenner noch nicht - das Gerät kann dann nicht benutzt werden.

Hier eine kurze Übersicht der Programme, die am häufigsten beigepackt werden:

Software positiv negativ Bewertung
Win on CD beherrscht alle wichtigen (Audio-)Funktionen, viele Formate, sehr ausgereift in einigen Versionen instabil
[sehr gut][sehr gut]
Nero einfache Bedienung, Backup-Assistent, gute Audio-Funktionen umständliches Drag 'n' drop, langsam
[gut]
Easy CD Creator einfache Bedienung kein mp3, langsam, viele kleinere Mängel
[schlecht]
CDR Win viele Optionen schlechte Bedienung, umständlich
[schlecht]

Eine gute Brenn-Software beherrscht zum Beispiel die vier wichtigsten Datenformate, mit denen eine CD erstellt werden kann. Das sind ISO 9660, Joliet, HFS und das neue UDF.

Das ISO 9660-Format ist das älteste, funktioniert aber unter allen Betriebssystemen (Windows, Mac, Linux, OS/2) gleichermaßen. Leider können Dateinamen nur acht Zeichen lang sein. Sonderzeichen (ä,ö,ü,ß) sind nicht erlaubt.
Joliet wurde von Microsoft entwickelt und ist heute Standard auf allen Windows-PCs. Es erlaubt Dateinamen bis maximal 64 Zeichen und außerdem Sonderzeichen. Für Apple-Rechner heißt das Pendant dazu HFS.
Jüngste Entwicklung ist das UDF-Format, mit dem die Vorteile aller Datenformate vereint werden sollen. Die Technologie ist jedoch noch nicht vollständig ausgereift, erst wenige CD-Brenner beherrschen UDF.

Das Brennprogramm ist für eine Reihe weiterer Funktionen zuständig. Es entscheidet zum Beispiel darüber, ob bootfähige CDs erstellt werden können oder wie komfortabel Musik-CDs zusammengestellt werden können.



 

Umrechnungstabelle

Angabe

Transfer

2-fach

300KB/s

4-fach

600KB/s

6-fach

900KB/s

12-fach

1,8MB/s

16-fach

2,4MB/s

24-fach

3,6MB/s

32-fach

4,8MB/s

40-fach

6,0MB/s

 

Rohling

Als »Rohling« wird eine unbeschriebene, leere CD bezeichnet. Daten auf einfachen Rohlingen sind nach dem Brennvorgang nicht mehr veränderbar, die CD kann nicht gelöscht werden.
Anders die wiederbeschreibbaren Rohlinge: Solche CDs können bis zu 1000 Mal gelöscht und neu beschrieben werden.

Brennsoftware

Wenn Sie einen neuen CD-Brenner in ihr System einbauen (lassen), dann funktioniert dieser zunächst nur wie ein ganz normales CD-ROM-Laufwerk. Erst die Brennsoftware aktiviert den Brenner als solchen - wenn sie das Gerät erkennt!

 

 Daten-CDs

Normale Daten-CDs werden von allen modernen Brennern gleichermaßen gut gebrannt; wieder ist die Software ausschlaggebend. Einigen Geräten (Hewlett-Packard, Sony oder Iomega) liegt ein komfortables Backup-Programm bei, das die Datensicherung zum Kinderspiel macht.

Damit das Brennen nicht zum Frust wird, ist es wichtig, dass eine schnelle Festplatte im PC vorhanden ist. Wenn die nämlich zu langsam ist, kann es zu dem gefürchteten »Buffer underrun« kommen. Das heißt, die Daten kommen während dem Brennvorgang zu langsam von der Festplatte, der Puffer (»Buffer«) läuft leer (»underrun«) und es kommt zu einem Aussetzer auf dem Rohling, der damit unbrauchbar wird.
Die Festplatte sollte mindestens DMA/33 unterstützen.

Eine neue Technik namens Burn proof soll dem Buffer underrun den Garaus machen. Tatsächlich funktioniert das in der Praxis sehr gut. Ein abgebrochener Brennvorgang kann später - wenn der Puffer wieder gefüllt ist - an der gleichen Stelle fortgesetzt werden. Leider sind Geräte mit Burn-proof-Technologie noch sehr teuer.

Schließlich sollte der Brenner Multisession-fähig sein. Damit lassen sich einfache, nicht wiederbeschreibbare Rohlinge in mehreren (multi) Schritten (Sessions) beschreiben. Man muss nicht die ganze CD auf einmal füllen, sondern kann beispielsweise zunächst den ersten Teil brennen und ein paar Tage später den Rest des Rohlings füllen. Dabei geht jedoch jeweils ein kleiner Teil (etwa 20 MB) der Kapazität des Rohlings verloren.



 Audio-CDs

Bei der Erstellung von Audio-CDs trennt sich die Spreu vom Weizen.
Sowohl Brennprogramm als auch der Brenner selbst müssen das »Disk at once« (DAO) - Verfahren beherrschen. Mit DAO wird eine CD ohne Pause geschrieben, das ältere »Track at once« (TAO) schreibt jedes Lied einzeln. Weil bei TAO nach jedem Stück der Laser abgeschaltet wird, kann es zu störenden Geräuschen auf der gebrannten Musik-CD kommen. Auch wenn alle Brenner, die Sie heute kaufen können, DAO beherrschen, sollten Sie das Datenblatt Ihres Kandidaten diesbezüglich überprüfen. Gelegentlich findet man immer noch Restposten, die nicht DAO-fähig sind.

Die Brennsoftware sollte auch mit dem populären mp3-Format umgehen können. (Easy CD Creator kann das zum Beispiel nicht!) und außerdem CD-Text beherrschen.
Mit CD-Text können Lieder auf einer CD quasi digital beschriftet werden, zum Beispiel mit dem Namen der Band. Viele Brennprogramme beherrschen das bereits, doch leider gibt es erst sehr wenige Brenner, die CD-Text interpretieren und schreiben können.

Wer Musik-CDs produzieren will, sollte darauf achten, dass sein Brennprogramm umfangreiche Funktionen zur Bearbeitung von Wave-Dateien besitzt. Damit können zum Beispiel unterschiedlich ausgesteuerte Lieder abgeglichen werden. In dieser Disziplin brillieren wieder WinOnCD und Nero.

Häufig klagen Anwender über »Knackgeräusche« bei der Wiedergabe selbst ersteller Audio-CDs. Die entstehen meistens dann, wenn die Daten von einem schlechten CD-ROM-Laufwerk gelesen werden oder die Quell-CD schon ziemlich ramponiert ist (Kratzer, Fettflecken).

[Achtung!] Wer Musik-CDs brennen möchte, sollte auf einen »DAO«- fähigen Brenner und gute Brennsoftware achten. Außerdem sollte ein hochwertiges CD-ROM-Laufwerk im System vorhanden sein.

Ein Tipp am Rande: Wenn Musik-CDs einfach nicht gelingen wollen, sollten Sie es nicht mit der maximalen, sondern mit einer langsameren Brenngeschwindigkeit versuchen.



 Checkliste

  • den Anforderungen entsprechende Brennsoftware
  • mindestens vierfache Brenn-Geschwindigkeit
  • TAO/DAO/Multisession-fähig
  • Fähigkeit, CDs in Überlänge und CD-RWs zu schreiben



Kommentar und Kauftipps

Es ist ähnlich wie bei Scannern: Die Software sollte heute den Ausschlag für den Kauf eines CD-Brenners geben. Wer häufig CDs schreiben will, braucht ein gutes Brennprogramm, am besten WinOnCD oder Nero.
Man kann diese Programme zwar auch im freien Handel nachkaufen, bei Preisen jenseits von 100 Mark zahlt man dabei aber weit mehr als beim Kauf des entsprechenden Paketes.

Lediglich Anwender, die nur gelegentlich ein Backup machen und keine Musik-CDs produzieren wollen, können die beigepackte Software vernachlässigen. Der ALDI-Brenner für 200 Mark reicht dann vollkommen.

Die Wahl der Schnittstelle ist ebenfalls schnell getroffen. Wenn möglich (siehe Kriterien oben), ist die günstige IDE-Lösung erste Wahl. Nur bei kleinen Gehäusen oder viel Peripherie (ZIP-Laufwerk, Festplatten, etc) ist das SCSI-System sinnvoller. Die Brenn-Geschwindigkeit ist je nach Modell bei beiden Systemen gleich.




PC-Tipps empfiehlt

IDE-CD-Brenner

Modell

Geschwindigkeit*

Software

Grund

Sony CRX 140E (600 Mark)

8/4/32

WinOnCD

schnelles Gerät, sehr gute CD-Qualität

Mitsumi CR4804 (400 Mark)

4/4/24

WinOnCD

günstiges Gerät

Rico MP7060 (450 Mark)

6/4/32

Nero

schneller und günstiger Brenner

*Geschwindigkeit CD-R brennen/CD-RW brennen/CD lesen



SCSI-CD-Brenner

Modell

Geschwindigkeit*

Software

Grund

Sony CRX 140S (700 Mark)

8/4/32

WinOnCD

schnelles Gerät, sehr gute CD-Qualität

Plextor 4220 (400 Mark)

4/2/20

WinOnCD

sehr günstiges SCSI-Gerät

Sanyo CRD-RW2 (700 Mark)

12/4/32

Nero

sehr schneller (12-fach!) Brenner

*Geschwindigkeit CD-R brennen/CD-RW brennen/CD lesen



 Erfahrungen mit CD-Brennern bei dooyoo.de

DMA-Modi

Im Laufe der  Zeit wurden immer neue Verfahren zur Beschleunigung des Datentransfers zwischen PC und Festplatte bzw. CD-ROM ersonnen. Letzer Stand ist das Übertragungsverfahren ATA/100, das theoretisch 100 MB/s bewältigen kann und die vorher üblichen PIO-Modi bzw. UltraDMA/66 ablöst.
Theoretisch deswegen, weil die Werte aufgrund physikalischer Grenzen nie erreicht werden können. Ab dem Modus DMA/66 werden neue, 80-polige Flachbandkabel benötigt.:

PIO 3

11 MB/s

PIO 4

16 MB/s

UltraDMA/33

33 MB/s

ATA/66

66 MB/s

ATA/100

100 MB/s

MP3

Das MP3-Format ist eine Entwicklung des Frauhnofer-Institutes. Durch eine raffinierte Kompressionsmethode werden die sonst sehr großen (30 MB) Musikstücke bei sehr guter Qualität in außerordentlich kleine Dateien (3 MB) verwandelt.
Weil MP3 mittlerweile fast überall verbreitet und an jeder Ecke des Internets zu finden ist, sollte das Brennprogramm solche Dateien auch lesen können. Sonst können Lieder in diesem Format nicht auf CD gebracht werden.




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